Ring-Drama Teil IV: Smarter Investor war von Anfang an klamm
Kai Richter ist als Chef der Mediinvest Hauptverantwortlicher für den privaten Teil beim Ausbau am Nürburgring - Firma ist heute mit 85,5 Millionen Euro vom Land abgesichert
Mit Kai Richter ist nicht gut Kirschen essen. Zumindest nicht, wenn man ihn kritisiert. Er gilt bis heute als der große private Geldgeber am Nürburgring - allerdings nur dank enormer Landeshilfe. Der smarte Investor: Teil 4 unserer Serie DAS RING-DRAMA.
Er kam an den Ring, sah und siegte: Als der ersehnte Privatinvestor wurde der Düsseldorfer Unternehmer Kai Richter mit offenen Armen empfangen. Rund 80 Millionen Euro will er aufbringen, um das Vier-Sterne-Hotel, ein Erlebnisdorf mit Drei-Sterne-Hotel und ein Feriendorf mit rund 100 Häusern hochzuziehen. Doch ist Kai Richter wirklich der finanzstarke und erfahrene Investor, als der er sich der Nürburgring GmbH präsentiert hat? Daran gibt es durchaus Zweifel.
Rückblende: 2007 wollen Landesregierung und Nürburgring GmbH beim Ausbau des Nürburgrings nicht kleckern, sondern klotzen. Die zu 90 Prozent landeseigene Nürburgring GmbH plant eine Riesen-Arena, eine Motorsport-Erlebniswelt, einen Boulevard und die schnellste Achterbahn der Welt. Doch es gibt da auch noch eine politische Vorgabe der Landesregierung: Die Hälfte des Gesamtausbaus sollen private Investoren stemmen. Die Ring GmbH verhandelt unter anderem mit dem niederländischen Unternehmen Roompot, das 100 Ferien- und Campingparks betreibt. Auch die wirtschaftlich potente Hotelkette Ramada signalisiert Interesse. Doch Roompot springt schließlich ab - nach eigenen Angaben wegen Zweifeln an der Finanzkraft der Ring GmbH -, Ramada erhält eine Absage vom Ring. Denn inzwischen ist eine bis dato kaum bekannte Firma auf den Plan getreten: die "Mediinvest GmbH" aus Düsseldorf mit ihrem Geschäftsführer Kai Richter.
Richter hat, so erzählt er später, selbst den Kontakt zum Ring gesucht. Zum zweiten Treffen mit Ring-Vertretern bringt er eine Video-Präsentation mit. Er schlägt vor, das bisherige Konzept zu ändern: Ein Feriendorf an der Rennstrecke habe keinen Sinn. Stattdessen schlägt er vor, in 100 Metern Luftlinie das heutige "Eifeldorf Grüne Hölle" als Partyzone zu bauen und das Feriendorf drei Kilometer weiter in Drees. Damit beeindruckt er zuerst den (Ende 2009 gefeuerten) Ring-Geschäftsführer Walter Kafitz und dann den (damaligen) Aufsichtsratschef, Finanzminister Ingolf Deubel. Der ist froh über den "echten Investor in dem Sinne, dass er sich selbst engagiert und selbst betreiben will".









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