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RING-DRAMA 7: Fall CST - Richter machte am Ring richtig Kasse

Rheinland-Pfalz. Die jüngere Skandalgeschichte des Nürburgrings füllt längst ganze Bände. Darin ist von geplatzten Millionenschecks und explodierenden Kosten die Rede. Darin wird berichtet, wie ein Finanzminister gehen musste und ein Hauptgeschäftsführer mit Schimpf und Schande davongejagt wurde.

Doch über eine Firma mit dem komplizierten Namen Cash Settlement & Ticketing GmbH (CST) war bisher wenig bekannt. Dieses Unternehmen könnte man als eine Art blinden Fleck in der öffentlichen Wahrnehmung bezeichnen.

Das wird sich durch einen vertraulichen Entwurf eines Rechnungshofberichts ändern. Die CST erscheint darin als Synonym für Verschwendung öffentlicher Gelder – bar jeder Kontrolle. Und in der brisanten Expertise nimmt etwas Konturen an, das man als das „System Kai Richter“ bezeichnen könnte. Bezogen auf jenen Düsseldorfer Unternehmer, der an der Eifel-Rennstrecke als instinktsicherer Geschäftsmann gilt: mit einem Sinn für Vertragskonstrukte, bei denen er kassiert, während die öffentliche Hand die Risiken absichert und die Hauptlast der Finanzierung trägt. Zum Nachteil der Steuerzahler.

 

Wie kam es zu dieser Fehlentwicklung? Die ursprüngliche Geschäftsidee schien so simpel wie clever. Der Nürburgring sollte bargeldfrei betrieben werden. Dafür erhielt und erhält bis heute jeder zahlende Gast eine sogenannte „ringcard“, eine aufladbare Geldkarte, die auf dem Ringgelände Währung und Eintrittsticket zugleich ist. Vorteil für die Nürburgring-Betreiber: kein personalintensives Kassieren, kein Ärger mit dem Wechselgeld, ein schlankes, automatisiertes System, das zudem noch die Besucherzahlen dokumentiert. Die Investitionen in Kassenautomaten und nötige Software würden sich schnell bezahlt machen, dachten die Ring-Verantwortlichen 2007. Zumal sie mit gewaltigen Besucherströmen rechneten. Die Vorteile für die Ringbesucher: so gut wie keine. Denn Betreiber solcher bargeldloser Bezahlsysteme haben häufig hässliche Hintergedanken. Sie kalkulieren damit, dass die Besucher ihr Kartenguthaben nicht komplett aufbrauchen und dass der Rest einfach verfällt. Die Ring-Verantwortlichen bauten sogar besonders dreist auf diesen Effekt, wie der geheime, uns vorliegende Entwurf eines Rechnungshofberichts dokumentiert. Doch dazu später mehr.

 

Um mit dem bargeldfreien Ring richtig Geld verdienen zu können, wurde am 7. Februar 2008 jene Betriebsgesellschaft, die Cash Settlement & Ticketing GmbH (CST), aus der Taufe gehoben. Gesellschafter: zu 50 Prozent die nahezu landeseigene Nürburgring GmbH, zu 50 Prozent die Düsseldorfer MI-Websolutions GmbH und spätere MI-Beteiligungs- und Verwaltungs-GmbH (MI). Nun kommt besagter Kai Richter ins Spiel. Jener Düsseldorfer Unternehmer, der bereits als „Privatinvestor“ am Ring aktiv war. Ihm gehörte die MI zu 80 Prozent, und er fungierte als Geschäftsführer. Ansonsten war nur noch ein Mann namens Klaus König beteiligt, über den nahezu nichts bekannt ist.

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