Nürburgring-Chef Lindner im RZ-Interview: "Region profitiert von uns"
Mit welchen Ideen?
Wir entwickeln Angebote für das Firmenkundengeschäft - Arbeitstreffen, Kongresse, Veranstaltungen für Mitarbeiter. Die Anlage mit Hotels, mit Rennstrecke, Boulevard, Ringwerk und Arena ist einmalig dafür.
Sie kommen aus dem Hotel- und Immobiliengeschäft, müssen jetzt aber Rennstrecken vermarkten. Haben Sie da besonderes Know-how?
Gegenfrage: Braucht man für den Nürburgring Motorsportkompetenz? Nicht nur. Glauben Sie, dass Bernie Ecclestone als Boss des Formel-1-Geschäfts sich von einem Rennstrecken-Betreiber in sein Konzept reinreden lässt oder dass sich der ADAC vorschreiben lässt, ob die Autos beim 24-Stunden-Rennen links rum oder rechts rum fahren? Wir veranstalten keine eigenen Rennen. Wir müssen touristische Kompetenz und Kompetenz in der Umsetzung einer Motorsportveranstaltung beweisen. Und da haben wir Mitarbeiter mit langjähriger Erfahrung.
Aber verhandeln müssen Sie jetzt mit den Veranstaltern.
Dafür muss man ja nicht wissen, wie schnell ein Auto fährt. Ich brauche die Kompetenz in der "Ressource Rennstrecke", damit der jeweilige Veranstalter bei mir zufrieden ist. Wenn Sie in meinem Hotel einen Tanzabend machen, muss ich ja auch nicht tanzen können, sondern ich muss Ihnen den Raum so herrichten, dass Sie tanzen können.
Aber Sie sind angetreten, die Rennstrecke besser zu vermarkten. Was ändert sich?
Das ist ein touristisches Thema. Touristik will Leute an einen bestimmten Ort bewegen, sie zu einem möglichst langen Verweilen einladen und animieren, wiederzukommen. Das gilt auch für den Nürburgring. Wenn wir es schaffen, die existierenden Veranstaltungen besser zu vermarkten und in der Nebensaison Formate zu entwickeln, die Leute hierhin bringen, dann wird das enorme Wirkung auf die Region haben.
Was ist konkret für 2010 zu erwarten?
Organisatorisch ist 2010 längst gelaufen. Der Kalender für 2011 steht zum Teil auch schon. Wir haben hier mit dem ADAC und weiteren Klubs die bisherigen Veranstaltungen bis Ende 2012 gesichert. Damit steht für die Hauptsaison das Gerüst mit 29 Veranstaltungen. Der wichtigste Punkt des neuen Vertrags: Ein Viertel der Streckenmieten fließt zurück in einen gemeinsamen Marketingtopf, um mit den Rennen neue Zielgruppen anzusprechen und mehr Zuschauer anzulocken. Das dient den Veranstaltern und der Region. Beim Eifelrennen waren im vergangenen Jahr 32 000 Zuschauer. Warum kann man mit solch einer tollen Veranstaltung nicht mehr Leute ansprechen?









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