Flugpassagiere müssen flexibel sein
Frankfurt - Am größten deutschen Flughafen in Frankfurt herrscht wieder halbwegs normaler Betrieb. Doch es gibt auch noch viele Gestrandete.
Fast ist es wieder wie sonst am Frankfurter Flughafen: Das übliche Stimmengewirr und die Geräusche von Stöckelschuhen, Gepäckwagen und Rollkoffern haben die Stille der vergangenen Tage verdrängt. Unzählige Reisende wuseln durch die Terminals. Am Check-in gibt es Schlangen, vor den Aufzügen Staus. "Noch scheint alles wie sonst zu laufen", sagt Karl-Heinz Hilgenberg, der nach Thailand möchte. "Der Flug startet nur eine Stunde später, so wie es aussieht."
Eimear Byrne kann auch endlich wieder nach Hause. Die Mathematikprofessorin aus Dublin hatte an einem einwöchigen Kongress in Thurnau teilgenommen. Am Samstag hätte sie zurück nach Irland fliegen sollen - der Vulkanausbruch und das Flugverbot setzten sie für vier Tage fest. Wie der Zufall es wollte: Die Eltern eines Kollegen leben in Oberwesel. So verbrachte sie einige Tage am schönen Mittelrhein. "It was nice", sagt sie, nimmt ihren Koffer und checkt ein.
Am Mittwochvormittag - nach fast einer Woche Flugverbot - hatte die Deutsche Flugsicherung den Luftraum über Deutschland wieder freigegeben. "Die Aschewolke hat sich verzogen", erklärte ihr Sprecher Axel Raab. Der Flughafenbetreiber Fraport reagierte sofort: "Wir haben auf Normalbetrieb umgestellt", berichtet Wolfgang Schwalm. 700 der normalerweise 1400 Starts und Landungen wurden abgewickelt.
Die Fluglinien brauchen jedoch noch ein paar Tage, um zur Normalität zurückzukehren. "Man kann den Betrieb nicht von jetzt auf gleich hochfahren", erklärt eine Lufthansa-Sprecherin. Die Maschinen sind noch in aller Welt verteilt, müssen gewartet, Personal organisiert werden.
Rosemarie Paragnik beobachtet die Anzeigetafel, auf der hinter vielen Flügen immer noch ein "annulliert" zu lesen ist. Am Morgen ist sie aus Las Vegas gekommen. Sie hätte in Zürich statt Frankfurt landen sollen und versucht nun, nach Hamburg zu gelangen. "Aber die Leute waren sehr nett und haben sich Mühe gegeben", berichtet sie.
Anders sieht das ein britischer Familienvater, der an einem der überfüllten Umbuchungsschalter wartet. "Hier in Frankfurt ist alles Mist", sagt er müde. Seit 24 Stunden ist er auf den Beinen. Am Morgen ist er mit Frau und Kindern in Frankfurt gelandet und braucht nun einen Anschlussflug. Die Familie hatte eine Urlaubswoche in New York verbracht und hätte am vergangenen Donnerstag nach Hause fliegen sollen. Ziel: Birmingham. "In New York konnten wir bei Freunden schlafen. Aber hier ..." Er hofft nun, möglichst bald einen Flug oder zumindest ein Bett zu bekommen. Ein schwedisches Ehepaar wartet ebenfalls wütend am Schalter: Mit ihren Kindern saß es bereits mehrere Stunden im Flieger von Los Angeles. Nun ist der Anschlussflug in Frankfurt gestrichen worden. "Es ist unglaublich. Wir bekommen keine Informationen. Es gibt kein Fernsehen mit internationalen Nachrichten, keine Info-Tafeln, die zeigen, welche Flughäfen in Schweden geöffnet sind, keine kostenlosen Internetzugänge", platzt es aus dem Familienvater. Notfalls mietet er auf eigene Kosten ein Auto. "We want to go home!"









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