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  • Rhein-Zeitung verzichtet auf Präsenz bei Google News

    Koblenz/Berlin (dpa) – Unter den Tageszeitungen in Deutschland gehört die Rhein-Zeitung zu den Online-Pionieren. Ende 1995 startete der Verlag in Koblenz einen Onlinedienst mit eigener Redaktion.

    Auch bei der Entwicklung einer Digitalausgabe der gedruckten Zeitung sowie bei der Präsenz in sozialen Netzwerken wie Twitter gehörte die Rhein-Zeitung zu den Vorreitern.

    Zum Start des Leistungsschutzrechts an diesem Donnerstag hat sich die Tageszeitung aber bewusst dagegen entschieden, Google News die kostenlose Auswertung eigener Inhalte der Rhein-Zeitung zu gestatten. Chefredakteur Christian Lindner erläutert in einem dpa-Interview die Motive von Verlag und Redaktion.

    Frage: Warum hat sich die Rhein-Zeitung gegen eine Darstellung ihrer Inhalte bei Google News entschieden?

    Antwort: Wir haben eine Grundsatzentscheidung gefällt und wollen keine eigenen Inhalte mehr verschenken. Wir führen demnächst eine Paywall für unsere lokalen und regionalen Online-Angebote ein. Dazu passt es nicht, dass wir unsere wertvollen Inhalte an anderer Stelle kostenlos hergeben.

    Frage: Ist der wirtschaftliche Erfolg Ihrer Online-Aktivitäten nicht in hohem Maß von Google News abhängig, weil der Dienst ihnen Anwender zuführt?

    Antwort: Über Google News bekommen wir derzeit gerade mal ein Prozent der Online-Reichweite. Bei der allgemeinen Google-Suche liegt dieser Anteil zugegebenermaßen deutlich höher. Unser Gegner ist aber nicht Google. Uns geht es darum, wie wir unsere traditionellen Leser und das Publikum im Web so erreichen, dass wir mit ihnen eine Kundenbeziehung halten oder aufbauen können. Da wir in weiten Teilen regionale Themen auf unseren Websites haben, finden wir unsere Online-Leser auf anderen Wegen als mit Google.

    Frage: Wie sehen diese Wege aus?

    Antwort: Zum einen überzeugen wir mit den Inhalten. Wir decken ein Gebiet ab, dass vier Mal so groß wie Luxemburg ist. Wir haben hier rund 160 fest angestellte Redakteure, die über Dinge schreiben, die man sonst nirgendwo findet. Das ist ein Pfund, mit dem wir wuchern können. Außerdem haben wir selbst eine überzeugende Präsenz in den sozialen Netzwerken aufgebaut, mit der wir unsere Leser besser erreichen können als mit einem anonymen Algorithmus einer Suchmaschine.

    Frage: Fürchten Sie nicht dennoch einen Einbruch Ihrer Online-Einnahmen?

    Antwort: Unsere Existenz hängt nicht von Google ab. Wir wollen jetzt das einfach mal ausprobieren und sehen, wie die Resonanz aussieht. Wenn Google den Verlagen in Deutschland wie in Frankreich 60 Millionen Euro anbieten sollte, können wir bei einer gemeinsamen Vermarktung ja wieder einsteigen.

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