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  • «Leben im Netz»: Es gibt kein Entrinnen

    Hamburg (dpa). Andrej Holm ist Soziologe in Berlin und lehrt an der Humboldt-Universität. Eines schönen Sommertages macht er die Haustür auf, und ein Mobiles Einsatzkommando überrollt ihn und seine kleine Familie. Holm ist verhaftet. Warum nur? fragen sich er und seine Familie. Die Antwort gibt der 3sat-Themenschwerpunkt «Leben im Netz» an diesem Mittwoch (20.15 Uhr)

    Der Soziologe, in dessen Aufsätzen wie auch bei linken Aktivisten Begriffe wie «Gentrifizierung» und «Prekariat» vorkommen, ist in ein Raster geraten, das ihn zum Straftäter macht. Erst nach 30 Tagen Gefängnis entscheidet der Haftrichter, dass Holm wieder auf freien Fuß darf. Auch ein Freund Holms gerät ins Visier der Fahnder. Die Deutsche Bahn und seine Bank sind den Behörden bei der Suche sogar behilflich.

    Wer «online» ist, ist «am Puls der Zeit», ist «gut informiert» und gilt als «mitten drin», heißt es in dem beispielreichen 3sat- Bericht. Die Menschen - 73 Prozent aller deutschen Haushalte sind im Netz - hängen an der Nabelschnur des Internets. Man bloggt, chattet, twittert, spielt und arbeitet im Netz. Die Leute kaufen online Bücher, Reisen und Medikamente. Die Steuererklärung, der Heuschnupfen oder der kürzeste Weg von A nach B - alles gibt's im Internet.

    Worum wir uns sorgen müssen, erklärt der Harvard-Jurist John Palfrey bei 3sat, ist, dass eine komplette Generation heranwächst, die im komplett digitalisierten Umfeld aufgewachsen ist, von der Wiege bis zum Grab. Mit einem Blick auf Google sagt Palfreys Kollege Viktor Mayer-Schönberger, dass eine einzige Suchmaschine «monopolistisch» alle Daten speichere, alle Informationen über Leben, Gesundheit und Tod.

    Wer also eine Pizza bestellt, wundert sich schon längst nicht mehr darüber, dass seine Telefonnummer oder seine Adresse beim Anbieter registriert sind. Künftig könnte das Spielchen noch weiter gehen: Nein, heißt es dann im 3sat-Film, «wir können Ihnen Ihre Pizza nur zum Preis von 12,99 Euro anbieten.» «Was?», regt sich der Besteller auf. Ja, die Krankenkasse habe dies angeordnet, erlaubt sei aber eine Tofu-Brokkoli-Pizza für nur 7,99 Euro.

    Wie, mit der Kreditkarte wolle er bezahlen? Das gehe sowieso nicht. Die sei gesperrt. Erstmal müsse er seinen Flug nach Rom begleichen. Also Bargeld bitteschön.

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