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    «Game over» für «Guitar Hero»

    New York/Berlin (dpa) - Mit der Plastik-Gitarre einen Rockstar zu imitieren, ist aus der Mode gekommen. Jetzt heißt es «Game over» für «Guitar Hero», einst eines der populärsten Videospiele dieser Art.

    Guitar Hero
    Eine Spielszene aus «Guitar Hero 2» für Xbox-360: Bei Spielen wie «Guitar Hero» muss man im Takt die richtigen Knöpfe treffen und kann so Musik machen.

    Der Spieleentwickler Activision Blizzard schließt die zuständige Abteilung und sagte auch die nächste Ausgabe des Spiels ab, die in diesem Jahr erscheinen sollte. Bei Spielen wie «Guitar Hero» muss man im Takt die richtigen Knöpfe treffen und kann so Musik machen.

    Vor einigen Jahren war das Genre ein Milliardengeschäft, auch der Handel mit Utensilien wie Gitarren, Schlagzeugen oder Mikrofone boomte. Seit einiger Zeit haben die Kunden jedoch die Begeisterung für das Musizieren vor dem Fernseher verloren.

    So stieß der Medienriese Viacom Ende vergangenen Jahres nach hohen Verlusten die Firma Harmonix, Entwickler des Konkurrenzspiels «Rock Band», ab. Laut Medienberichten bezahlte eine Gruppe von Investoren beim Kauf nur 50 Dollar - den Preis eines einzigen Spiels. 2006 hatte Viacom noch 175 Millionen Dollar für Harmonix ausgegeben, das auch bei der ersten Version von «Guitar Hero» Hand angelegt hatte.

    «Guitar Hero» kam 2005 auf den Markt. Im Jahr darauf sicherte sich Activision das Spiel für 100 Millionen Dollar. Im Herbst 2010 erschien die sechste und nun voraussichtlich letzte Auflage mit dem Untertitel «Warriors of Rock».

    Activision Blizzard will sich künftig auf erfolgreiche Titel wie das Kampfspiel «Call of Duty» und das Online-Game «World of Warcraft» mit zwölf Millionen Teilnehmern konzentrieren. Im vergangenen Quartal machte das Unternehmen einen Verlust von 233 Millionen Dollar, obwohl das im November erschienene «Call of Duty: Black Ops» ein Riesenerfolg mit mehr als einer Milliarde Dollar Umsatz wurde. Für den Quartalsverlust hätten Abschreibungen auf «Guitar Hero» und Änderungen bei der Bilanzierung gesorgt, teilte Activision nach US-Börsenschluss am Mittwoch mit.

    Der nächste heiße Trend bei Musik-Spielen scheinen unterdessen Tanz-Games für das Kinect-System von Microsoft zu werden. Kinect ist eine bewegungsempfindliche Steuerung für die Konsole Xbox, die die Körperbewegungen des Spielers mit einer Kamera erfasst, so dass man auf den üblichen Controller verzichten kann. Im Weihnachtsgeschäft verkauften sich diverse Tanzgames stark, «Rock Band»-Entwickler Harmonix landete mit «Dance Central» wieder einen Hit.

    Quartalsbericht Activision Blizzard

    «Los Angeles Times» zu Harmonix-Verkauf

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