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    Facebook erweitert Mobil-Plattform

    San Francisco/Berlin (dpa) - Das Online-Netzwerk Facebook will sich verstärkt auch auf den Mobiltelefonen seiner 500 Millionen Nutzer etablieren. Als Türöffner möchte Facebook zunächst die Schnäppchen-Jäger ködern.

    Facebook
    Mit dem Schnäppchen-Service gibt Facebook seinen Nutzern einen Anreiz, das Netzwerk auch unterwegs zu nutzen.

    Gründer Mark Zuckerberg kündigte einen neuen Dienst an, bei dem Firmen Sonderangebote und virtuelle Rabattmarken an Facebook-Mitglieder in ihrer Nähe verteilen können. Das Angebot mit dem Namen Facebook Deals startet zunächst allerdings nur in den USA.

    Mit dem Schnäppchen-Service gibt Facebook seinen Nutzern einen Anreiz, das Netzwerk auch unterwegs zu nutzen. Das Angebot läuft über den Dienst Facebook Places, bei dem man sich an seinem aktuellen Ort «anmelden» kann. Schon bisher konnte ein Nutzer seinen Facebook- Freunden zeigen, wo er sich gerade aufhält. Branchen-Experten rechnen damit, dass das Deals-Angebot dem lokalen Dienst einen kräftigen Schub geben wird.

    Die zunächst mehr als 20 Facebook-Partner überbieten sich zum Start mit Angeboten. So will die Modefirma GAP 10 000 Jeans an die ersten Facebook-Nutzer verschenken, die in ihren US-Läden «einchecken». Bei H&M gibt es 20 Prozent Rabatt. Bei Starbucks und McDonald's hingegen hat der Nutzer zunächst keinen Vorteil - aber die Unternehmen spenden jeweils einen Dollar pro Gast für wohltätige Zwecke. Die Firmen sehen dafür zum Beispiel, welche Nutzer sie zu welcher Zeit aufsuchen.

    Zuckerberg dementierte am Mittwoch erneut Spekulationen, dass Facebook ein eigenes Mobiltelefon auf den Markt bringen wolle. Vielmehr bekräftigen die Ankündigungen die Strategie, Facebook auf allen gängigen mobilen Plattformen in eine starke Position zu bringen.

    Zuckerbergs erklärtes Ziel ist es, mit Facebook alle Lebensbereiche zu vernetzen. «Egal, wo Sie sind oder was Sie tun, Sie sollen die Möglichkeit zur sozialen Interaktion haben», sagte Zuckerberg in einem Interview mit Journalisten nach der Präsentation.

    Als einen Schritt in diese Richtung führt Facebook die Möglichkeit ein, mehrere Dienste - auch von Partnern - mit einer einzigen Facebook-Anmeldung zu nutzen.

    «Soziale Netzwerke wandeln sich von Websites zu Plattformen», umriss «Computerwoche»-Redakteur Thomas Cloer den Trend. «Es ist ein natürlicher Schritt, dass Facebook das digitale Leben seiner Nutzer auf den mobilen Dienst überträgt.» Ob der mobile Facebook- Dienst auch in Deutschland abheben werde, sei allerdings fraglich. Obwohl die Deutschen zwar durchaus Schnäppchenjäger seien, würden sie bestimmte Informationen nur ungern bewusst preisgeben, sagte Cloer der dpa.

    Zuckerberg Vernetzungs-Visionen gerieten in der Vergangenheit immer wieder unter Beschuss von Datenschützern - und gingen manchmal auch auch den Facebook-Nutzern zu weit. So musste Facebook nach nur kurzer Zeit sein Projekt Beacon stoppen, bei dem nach Freischaltung des Dienstes die Freunde eines Nutzers über dessen Einkäufe informiert wurden. Auch eine Änderung der Einstellungen zur Privatsphäre, mit der auf einen Schlag viele Informationen von Nutzern öffentlich sichtbar wurden, machte Facebook nach Protesten rückgängig. Seitdem führte das Netzwerk immer feinere Kontroll- Möglichkeiten für Einstellungen zur Privatsphäre ein.

    Andererseits steht Facebook auch unter Druck, ein tragfähiges Geschäftsmodell aufzubauen. Investoren haben bereits mehrere hundert Millionen Dollar in das Netzwerk gesteckt und hoffen auf einen in relativ naher Zukunft erwarteten Börsengang. Laut Medienberichten macht Facebook rund eine Milliarde Dollar Umsatz im Jahr - vor allem mit Online-Werbung. Die Werbewirtschaft sieht ein großes Potenzial darin, Internet-Nutzer gezielt ausgehend aus ihren Interessen anzusprechen. Kürzlich kam heraus, dass einige Entwickler von Facebook-Spielen amerikanischen Werbedienstleistern halfen, Nutzer- Profile zu erstellen. Facebook unterband die Praxis umgehend.

    Facebook-Ankündigung

    Zuckerberg-Interview

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