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    Verden18 Millionen gestohlene E-Mail-Adressen samt Passwörter entdeckt

    Erst vor wenigen Monaten waren Millionen von gestohlenen E-Mail-Adressen samt Passwort im Internet aufgetaucht. Nun stößt die Staatsanwaltschaft Verden auf 18 Millionen solcher Datensätze. Kunden aller großen Provider in Deutschland sollen betroffen sein.

    Passwort
    Die Staatsanwaltschaft Verden hat einen Datensatz von 18 Millionen gestohlenen E-Mail-Adressen inklusive Passwörter entdeckt.
    Foto: Julian Stratenschulte/Archiv - DPA

    Neuer gigantischer Daten-Klau im Netz: Unbekannte haben 18 Millionen E-Mail-Adressen inklusive Passwörter gestohlen. Es werde vermutet, dass die Datensätze derzeit aktiv missbraucht würden, sagte Lutz Gaebel, Sprecher der Staatsanwaltschaft Verden, am Donnerstag und bestätigte damit einen Bericht von «Spiegel Online».

    Kriminelle hätten mit den Daten nicht nur Zugang zu den privaten E-Mails, sondern könnten sich auch in Netzwerke einwählen und im Internet einkaufen, wenn der Nutzer dort die gleiche Passwort-Kombination nutzt. Die Staatsanwaltschaft gab nach Angaben Gaebels den Datensatz an das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik BSI zur «Einleitung von Maßnahmen zur Gefahrenabwehr» weiter. Unter welchen Umständen die Staatsanwaltschaft die Daten gefunden hatte, blieb zunächst unklar. Es hieß lediglich, es sei ein Zufallsfund gewesen.

    Wie «Spiegel Online» berichtete, dürften mindestens drei Millionen Menschen in Deutschland und Kunden aller großen Provider betroffen sein. Demnach könnten viele Mails wegen internationaler Endungen wie .com noch nicht eindeutig zugeordnet werden. Die Deutsche Telekom wollte sich am Donnerstagabend zunächst nicht zu dem Fall äußern und verwies auf das BSI.

    Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass es sich bei den aktuell entdeckten Daten um «frische Mail-Konten» handelt, die noch aktiv genutzt werden und nicht in weiten Teilen mit dem im vergangenen Jahr entdeckten Bestand identisch sind. Das könnte dem Fund noch einmal besondere Brisanz verleihen.

    Derzeit sollen bereits Teile davon für kriminelle Aktivitäten missbraucht werden, etwa zum Versenden von Spam-Mails. Im Netz gibt es einen regen Schwarzmarkthandel mit solchen Zugangsdaten.

    Erst vor wenigen Monaten war ein Paket von rund 16 Millionen gestohlenen E-Mail-Adressen aufgetaucht. Forscher und Strafverfolger waren darauf bei der Analyse von sogenannten Botnetzen gestoßen und übergaben den Fund dem BSI. Die Behörde hatte schließlich im Januar die Öffentlichkeit informiert und auf einer Website einen Sicherheits-Check eingerichtet. Dort konnten Nutzer ihre Mail-Adresse angeben und prüfen lassen, ob sie betroffen war. Die Website war mehrfach unter dem Ansturm der Nutzer zusammengebrochen.

    Beim BSI hieß es, man arbeite derzeit mit Hochdruck und in Zusammenarbeit mit Behörden und Providern an einer Lösung, wie und auf welchem Wege betroffene Internetnutzer informiert werden können. Nach Informationen, die dem Fachportal «heise security» vorliegen, hat die Behörde erneut den Auftrag erhalten, die Betroffenen zu informieren. Demnach wolle das BSI aber erst «Anfang nächster Woche» eine entsprechende Mitteilung veröffentlichen.

    In den vergangenen Jahren hatte es immer wieder Fälle von großem Daten-Diebstahl im Netz gegeben. So wurden dem Elektronik-Konzern Sony im Frühjahr 2011 Informationen von über 100 Millionen Nutzern seiner Online-Dienste gestohlen. Darunter waren auch Kreditkarten-Daten. Trotz dieser Dimension wurden kaum Fälle von finanziellem Missbrauch bekannt.

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