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    BerlinHD-Fernsehen: Durchblicken bei CI+ und HD+

    HD-Fernsehen bietet dem Zuschauer gestochen scharfe Bilder. Aber manchmal auch Kopfzerbrechen, weil man den Durchblick im Begriffsdschungel behalten muss. Das Ärgernis: Diverse Formate und Verschlüsselungssysteme sind nicht miteinander kompatibel.

    Einschub-Modul fürs Digitalfernsehen
    Einschub-Module fürs Digitalfernsehen sehen von außen zwar gleich aus, die Formate und Verschlüsselungs-Systeme sind deshalb aber noch lange nicht kompatibel. (Bild: Mascom/dpa/tmn)

    Mit dem HD-Fernsehen kam auch die Verwirrung: CI, CI+ oder HD+ sind nur einige der Begriffe, mit denen sich ein Zuschauer heute auseinandersetzen muss. Allerdings wird er dafür dank der hohen Auflösung mit einer besseren Bildqualität als früher belohnt.

    Antennenkabel reinstecken, Sender suchen, fertig - diese alte Leichtigkeit endete letztlich schon mit dem Wechsel von analogen zu digitalen TV-Übertragungen. Mit dem digitalen Sendestandard DVB (Digital Video Broadcasting) kam auch die Möglichkeit, Übertragungen zu verschlüsseln.

    Es ist ein mehrstufiges System: Die Schlüssel liegen auf einer Chipkarte (Smartcard), diese wird reingesteckt in ein CAM (Conditional Access Module). Und das wiederum ist entweder schon im Fernseher oder externem Empfänger eingebaut - oder wird in den CI-Slot (Common Interface) eines Geräts geschoben.

    Soweit, so gut. Allerdings gibt es auf allen Stufen einen breiten Fächer nicht miteinander kompatibler Systeme. So sind schon zum Beispiel Kabel- und Satelliten-Empfang völlig getrennte Welten mit unterschiedlichen Karten und Modulen. Zudem entwickelte die Industrie das CI-System weiter. CI+ gibt den Rechteinhabern eine weitreichende Kontrolle darüber, was ein Zuschauer damit machen kann. So kann zum Beispiel die Möglichkeit blockiert werden, eine Sendung aufzuzeichnen. Damit soll die Horrorvision der Filmstudios gebannt werden, dass vom TV aufgezeichnete Kopien von Fernsehfilmen in HD-Auflösung im Internet die Runde machen.

    Vorab schon mal: Wer sich gerade einen neuen Fernseher gekauft hat, braucht sich keine großen Gedanken zu machen. Wenn es nicht ganz verstaubt von der Resterampe kommt, ist das Gerät mit ziemlicher Sicherheit für CI+ gerüstet. Da ist es noch am ehesten so einfach wie früher: Smartcard einstecken, Sendersuchlauf, Popcorn holen.

    Hat man allerdings ein etwas älteres Fernsehgerät, wird es schon schwieriger. Schon ein zwei Jahre alter Fernseher kann wahrscheinlich nur CI, aber kein CI+. Da bringe es auch nichts, in den CI-Schacht ein Modul für CI+ zu schieben, «das wird höchstwahrscheinlich nicht funktionieren», sagt der Technik-Experte des Computermagazins «c't», Nico Jurran. Und etwa beim größten deutschen Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland mit knapp neun Millionen angeschlossenen Haushalten heißt es ganz klar: «Wir unterstützen nur CI+.» Hat der Kunde nur ein CI-Modul, könne man keinen Empfang garantieren, sagt Sprecher Marco Gassen. Das heißt: Zuschauer mit älterem TV-Gerät brauchen einen separaten Empfänger.

    Will man HD-Sendungen auch aufnehmen, kann es ziemlich unübersichtlich werden. Wer es sich leicht machen will, kann einfach eins der zertifizierten HD-Geräte von einem Provider wie Kabel Deutschland oder dem Bezahlsender Sky nehmen. «Sie können alle Sendungen aufnehmen», verspricht Kabel-Deutschland-Sprecher Gassen. Das HD-Angebot des Kabel-Anbieters hat allerdings ein großes Manko: Die Senderfamilien RTL und ProSiebenSat.1 fehlen. Der Großteil Deutschlands kann sie derzeit nur über Satellit empfangen.

    Auch der HD-Empfang der beiden privaten Sendergruppen über Satellit hat aber seine Tücken. Sie senden über die Plattform HD+, einen kostenpflichtigen Dienst des Satellitenbetreibers Astra. Die Smartcard mit einjähriger Freischaltung kostet 55 Euro, die Verlängerung für die nächsten 12 Monate 50 Euro.

    Auch HD+ gibt den Rechteinhabern und Sendern weitreichende Kontrolle darüber, was die Zuschauer machen dürfen. So kann man derzeit beim zeitversetzten Ansehen einer Sendung die Werbepausen nicht vorspulen, sondern muss sie sich komplett ansehen.

    Das ist so, wenn man sich einen Receiver für HD+ besorgt. Will der Zuschauer aber mit seinem bisherigen Satelliten-Empfänger ein Modul von HD+ nutzen, wird es noch bunter. Hat man einen CI-Schacht, dann hängt es von einem Update des Herstellers ab, ob man Sendungen aufnehmen kann. Mit CI+ geht das gar nicht. Man hat nur Anrecht auf ein zeitversetztes Anschauen der vergangenen 90 Minuten. Trotz Kritik an den Einschränkungen hat HD+ eine solide Nutzerbasis: Bis Juli wurden nach Angaben der Plattform eine Million Smartcards abgesetzt.

    Für Zuschauer, die noch am Überlegen sind, hat «c't»-Experte Jurran eine einfache Faustregel parat: «Wenn Sie nur Fernsehen wollen, spricht nichts gegen CI+. Wenn Sie aber Sendungen auch aufzeichnen wollen, sind Sie mit dem CI-Slot besser bedient.» Es bringe derzeit jedenfalls keine Vorteile, sich einen Receiver mit CI+ zu kaufen.

    Eine kleine Hürde bei CI+ für die Verbraucher haben zumindest Kabel Deutschland und Sky zuletzt beseitigt. Die Unternehmen einigten sich darauf, dass Pay-Pakete von Sky und von Kabel Deutschland auf einem Modul empfangen werden können. Früher hatten unterschiedliche Verschlüsselungs-Systeme dies verhindert.

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