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  • Hier drückt kein Schuh: Londoner Shopping-Mekka Selfridges setzt Maßstäbe

    London. Im Herzen von London, im Kaufhaus Selfridges, hat die größte Schuhabteilung der Welt eröffnet, in der schlichte Pumps und raffinierte High-Heels als verführerische Kunstobjekte zelebriert werden. Aufeinandergetürmt würden die Schuhkartons den weltgrößten Wolkenkratzer Burj Dubai überragen…

    Von unserem Londoner Korrespondenten Alexei Makartsev

    London - Der Schuh ist laut dem Duden nur eine „Fußbekleidung aus einer festen Sohle mit einem weichen Oberteil". Von wegen! Schuhe können eine Droge sein, ein Lust- und Sammelobjekt, die beste Medizin gegen schlechte Laune und für manche sogar der Lebenstraum. Die frühere First Lady der philippinischen Diktatur, Imelda Marcos, hatte in den 80er Jahren ganze 2 120 Stück davon gehortet. Und die Stil-Ikone Carrie Bradshaw aus dem Filmhit „Sex and the City" soll immerhin mehr als 200 besessen haben.

    Wenn es um ihr Lieblingsthema Fußmode geht, kriegen viele Frauen weiche Knie und glänzende Augen. Laut den Soziologen hütet jede zweite Deutsche in ihrer Garderobe jeweils mehr als 25 Paar. Für alle Schuhsüchtigen, die sich regelmäßig die Hacken nach der neuesten Mode ablaufen, bietet die britische Hauptstadt ab heute etwas ganz Besonderes an: Im Herzen von London hat die größte Schuhabteilung der Welt eröffnet, in der schlichte Pumps und raffinierte High-Heels als verführerische Kunstobjekte zelebriert werden.

    Selfridges weiß, wo den Frauen (und manchen Männern) der Schuh drückt: Ist die Atmosphäre in einem Laden zu hektisch und befriedigt die Auswahl nicht die gehobenen Ansprüche, dann macht das Einkaufen keinen Spaß. Um dieses Albtraumszenario zu verhindern, ließ das weltberühmte Londoner Kaufhaus in den vergangenen Monaten so viele Schuhkartons in die Oxford Street liefern, dass sie aufeinandergetürmt noch den weltgrößten Wolkenkratzer Burj Dubai überragen würden. 4 000 bis 5 000 Paar von 120 Herstellern sollen hier permanent im Angebot sein.

    Es ist ein Schuh-Erlebnis der Superlative, den der 101 Jahre alte britische Edel-Shoppingtempel jetzt seinen Kunden bietet: Auf einer Fläche von einem halben Fußballfeld wandert man durch sechs Salons, in denen weiche pinkfarbene Plüschsofas zum Sitzen und Anprobieren einladen. Mal scheinen die in transparenten Regalen ausgestellten Schuhe im Raum zu schweben, mal erinnern ihre akkuraten, langen Reihen an die Königliche Garde, die sich zur alljährlichen Parade am Geburtstag der Queen versammelt hat. Die Besucher sollen sich wie in einer Gemäldegalerie fühlen, sagt ein enthusiastischer Ladensprecher. Nur dass man aus einer Galerie sonst nichts nach Hause mitnehmen kann.

    Neben den Salons hat Selfridges in seinem Riesenschuhladen elf luxuriöse Designer-Läden von Dior, Gucci, Prada & Co eröffnet. Wer Hunger kriegt, kann sich im eigens eröffneten französischen Restaurant stärken, ohne die Prachtstücke von Jimmy Choo und Chanel für umgerechnet knapp 2 000 Euro aus dem Blick zu verlieren. Dabei haben die Briten auch Mode für den schmalen Geldbeutel parat: Im Werbeprospekt von Selfridges findet man gepunktete „Maus"-Ballerinas von Marc Jacobs für 280 Pfund und schlichte schwarze „Doc Martens"-Treter für 75 Pfund.

    „Wir. Sind. Im. Paradies", schrieb diese Woche eine berauschte Mode-Bloggerin, womöglich noch unter Wirkung der „Zauber-Cocktails" nach der Einweihung des neuen Schuhsalons, zu der Vivienne Westwood und andere Prominenten erschienen. Selfridges servierte seinen Gästen auf der Eröffnungsparty passenderweise bunte Kuchen in Schuhform. Die Presse ist euphorisch. „Dieser Tempel der Stöckelschuh-Verehrung ist unsere Antwort auf die Rezession", schrieb der Evening Standard. Nach Expertenmeinung wird das „Schuhparadies" dem Kaufhaus in kanadischem Besitz helfen, harte Zeiten zu überstehen. Im vergangenen Jahr hatte es einen Gewinn von umgerechnet 105 Millionen Euro gemacht. Allerdings war das jährliche Gewinnwachstum von 30 auf 8 Prozent geschrumpft. Selfridges hält dennoch heute seine Stellung als größter Touristenmagnet in der Einkaufsmeile Oxford Street, die jährlich im Schnitt von 200 Millionen Menschen besucht wird.

    Die Jagd auf die Traumschuhe ist also eröffnet. Und wenn sie doch mal drücken? Dann machen Sie es wie Anne Pitcher, Einkaufsdirektorin von Selfridges. „Es ist nicht schlimm, wenn Sie sich ein paar großartiger Schuhe geleistet haben, in denen Sie nicht laufen können", sagt die britische Expertin. "Nehmen Sie einfach überallhin eine Packung Schmerztabletten und ein kühlendes Pfefferminz-Fußspray mit".

    Foto-Show: Im Schuhparadies von Selfridges
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