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    MünchenZuschauer statt Stars: Münchner Filmfestchef geht

    Mit einem Dank an die Kinogänger hat sich Andreas Ströhl als Leiter des Filmfestes München verabschiedet. «Das Publikum hat mir den Rücken gestärkt», sagte er am Samstag zum Abschluss des achttägigen Festivals.

    Andreas Ströhl
    Andreas Ströhl, Chef des Filmfestes München, fühlt sich vom Publikum unterstützt.
    Foto: DPA

    Die Filmbranche haben vielfach anders reagiert: «Die weitgehende Abschaffung von Glamour und die Akzentsetzung auf Arthouse-Filme und auf Filmkunst - da wurde wirklich mit dem Untergang des Festivals gedroht.» Doch das habe sich nicht erfüllt. Stattdessen kämen heute viel mehr Leute als früher, erklärte der 49-Jährige, der dem Festival eine familiäre Note verleihen wollte und die Auswahl der Filme gerne so beschrieb: «Schaut her, dies hier sind unsere Lieblingsfilme.»

    Bei ihm waren das etwa Werke des Kultfilmers Jim Jarmusch, des iranischen Regisseurs Abbas Kiarostami oder der finnischen Brüder Aki und Mika Kaurismäki, die er seit Jahren persönlich kennt. Viele waren in den vergangenen Jahren zu Gast. In diesem Jahr kamen unter anderem die Ehrenpreisträger John Malkovich und Otar Iosseliani, der Independentfilmer Tom DiCillo, Hollywood-Produzent Roger Corman und der schwedische Regisseur Roy Andersson.

    Nun steht das Filmfest München vor einem Umbruch. Acht Jahre lang hatte Ströhl dort die Geschicke bestimmt. Nun wechselt er ans Goethe-Institut, um die Abteilung Kultur und Information zu leiten. «Für mich waren diese acht Jahre eine sehr schöne Zeit», resümierte der begeisterte Cineast, der eher ein Mann der leisen Töne ist. Seine Nachfolgerin Diana Iljine beginnt am 1. August. Sie wird neben dem Internationalen Festival der Filmhochschulen im November auch das 30. Filmfest München vorbereiten (29. Juni bis 7. Juli 2012).

    Noch hat Iljine wenig über ihre Pläne verraten: Sie möchte das internationale Ansehen erhöhen und das junge Publikum stärker umwerben. Auch der Glamour-Faktor soll steigen: mehr internationale Stars, mehr Premieren. In dieser Hinsicht war München nach Ansicht mancher Kritiker etwas zu kurz gekommen - vor allem verglichen mit der stets etwas neidisch beäugten Berlinale, wo sich auch Weltstars wie Angelina Jolie oder Johnny Depp blicken lassen.

    Ein Vorhaben, bei dem ihr Vorgänger die entgegengesetzte Linie gefahren ist. Gespräche statt Glamour lautete sein Credo. Keine Promis, die auf roten Teppichen an den Besuchern vorbeiziehen. Stattdessen berühmte Schauspieler und Regisseure, die sich mit dem Publikum auf Gespräche einlassen und auch so manche unbeholfene Frage geduldig beantworten, wie dies in diesem Jahr etwa John Malkovich oder Charlotte Rampling getan haben.

    Bei den Filmfans scheint das bisherige Konzept recht gut anzukommen. Rund 70 000 Tickets wurden dieses Jahr verkauft, 4000 mehr als im WM-Jahr 2010. Dies sei das zweitbeste Ergebnis der Geschichte, berichteten die Veranstalter. Weniger Filme wird es deshalb wohl nicht geben, auch wenn viele Kritiker bemängeln, dass das Programm zu groß und unübersichtlich sei. Eine Verkleinerung kann sich das Festival nach Angaben der Verantwortlichen aber nicht leisten, da die Kosten gleich bleiben würden.

    1,5 Millionen Euro schießen Stadt und Freistaat zu, 500 000 Euro erwirtschaftet das Festival selber vor allem durch den Verkauf von Tickets. Überhaupt steht so manches im Zeichen des Sparzwangs, verfügt München nach Auskunft Ströhls über gerade acht Prozent des Berlinale-Etats. «Es hakt an allen Ecken und Enden», bedauerte er.

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