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    MünchenStaatsanwalt: Zehn Kontaktversuche mit Gurlitt gescheitert

    Die Staatsanwaltschaft Augsburg hat nach eigenen Angaben mindestens zehnmal versucht, den Münchner Kunstsammler Cornelius Gurlitt zu erreichen.

    Reinhard Nemetz
    Staatsanwalt Reinhard Nemetz im bayerischen Landtag.
    Foto: Peter Kneffel - DPA

    Bereits im Januar dieses Jahres sei ihm angeboten worden, einen Teil seiner Bilder zurückzubekommen, sagte Staatsanwalt Reinhard Nemetz am Donnerstag im Justizausschuss des bayerischen Landtags. Den Termin habe Gurlitt aber aus persönlichen Gründen verschoben - und sei seitdem für die Staatsanwaltschaft nicht mehr zu erreichen gewesen. Vom 15. Mai an habe es zehn Kontaktversuche gegeben, sagte Nemetz - telefonisch und schriftlich.

    Der letzte Versuch war nach Angaben Nemetz' ein Brief vom 23. Oktober. Mitarbeiter seiner Behörde seien sogar bei Gurlitt zu Hause vorbei gefahren, um sicherzugehen, dass bei dem heute 80-Jährigen alles in Ordnung sei. «Wir wussten auch um das Alter unseres Beschuldigten», sagte Nemetz. «Man hat deswegen Kontakt zu Hausbewohnern gesucht und von denen in Erfahrung gebracht, dass er sehr wohl guter Dinge ist.» Er sei beim Einkaufen gesehen worden. «Es bestand kein Grund, uns Sorgen zu machen.»

    Gurlitt soll rund 300 Werke aus seiner Sammlung zurück erhalten, die ihm zweifelsfrei gehören. Auch die Taskforce, die die Herkunft der Bilder ermitteln soll, konnte Gurlitt bislang nicht erreichen. Die Behörden wollen es aber weiter versuchen. «Dinge, die ihm gehören, die kriegt er auch», betonte der Münchner Generalstaatsanwalt Christoph Strötz.

    Einen Deal mit dem 80-Jährigen werde es aber keinesfalls geben, bekräftigte Bayerns Justizminister Winfried Bausback (CSU). «Einen Deal - Straffreiheit gegen Bilder - wird es nach meinem besten Willen nicht geben», sagte er. Die strafrechtlichen Ermittlungen und die Provenienzrecherche seien unterschiedliche Fragestellungen. «Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.»

    Die Taskforce, die die Herkunft der Bilder herausarbeiten soll, hat inzwischen nach Angaben ihrer Leiterin Ingeborg Berggreen-Merkel zahlreiche Anfragen möglicher Besitzer bekommen. Die Behörden hatten im Frühjahr 2012 insgesamt 1280 Bilder aus der Schwabinger Wohnung Gurlitts beschlagnahmt - zuvor hatten sie Gurlitt observiert, wie Staatsanwalt Nemetz am Donnerstag sagte.

    593 der Bilder stehen in dem Verdacht, Nazi-Raubkunst zu sein, bei 384 könnte es sich um Werke handeln, die die Nationalsozialisten als «Entartete Kunst» diffamierten und aus Museen entfernten. Die Staatsanwaltschaft veröffentlichte am Donnerstag weitere 101 Werke in der Datenbank www.lostart.de. Damit sind 219 Werke aus der Sammlung Gurlitt im Internet zu sehen.

    Rund 300 Kunstwerke gehören Gurlitt nach Angaben der Experten zweifelsfrei. Er soll sie bald zurück bekommen - wenn die Behörden ihn denn erreichen. Berggreen-Merkel sagte: «Um mit Herrn Gurlitt zu sprechen, brauche ich Herrn Gurlitt».

    Online-Datenbank Lostart.de

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