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    CannesRegisseur George Miller über Mel Gibson und «Mad Max»

    Für den Action-Altmeister George Miller (70) war Mel Gibson nicht mehr in der Lage, erneut den wilden Kämpfer Max zu spielen. Mel habe zu viele Probleme, sagte der australische Filmemacher in Cannes.

    George Miller
    George Miller ist ein Altmeister des Action-Kinos.
    Foto: Tracy Nearmy - dpa

    Er hätte die Non-Stop-Action in seinem neuen Mad-Max-Film wahrscheinlich auch körperlich nicht mehr geschafft, sagte Miller der Deutschen Presse-Agentur und internationalen Medienvertretern. Gibson hatte in den vergangenen Jahren wegen Alkoholproblemen sowie homo- und xenophoben Äußerungen für Negativschlagzeilen gesorgt. In «Mad Max: Fury Road», der auf der Croisette am Donnerstag außerhalb des Wettbewerbs lief, er Gibson durch den 22 Jahre jüngeren Tom Hardy ersetzt. 

    Frage: Warum haben Sie sich für Tom Hardy entschieden?

    Antwort: Hardy hat ein unwahrscheinliches Charisma. Ich habe ihn in dem Film «Bronson» von Nicolas Winding Refn gesehen und war begeistert. Mit war sofort klar, dass er der geeignete Schauspieler war. Er hatte dieselbe Ausstrahlung wie Mel vor über 30 Jahren.

    Frage: Gibson wurde durch Mad Max zum Weltstar. Wie hat er auf Ihre Entscheidung reagiert?

    Antwort: Das war kein Problem für ihn. Mel stand bei diesem «Mad Max» nicht zur Debatte. Er hat zu viele Probleme zu regeln und hätte die Drehs wahrscheinlich auch körperlich nicht mehr geschafft. Bei der Premiere vor wenigen Tagen in Los Angeles saß Mel neben mir.

    Frage: Sie haben Medizin studiert und waren als Unfallarzt tätig. Was hat Sie zur Filmerei gebracht?

    Antwort: In beiden Berufen muss man Probleme lösen. Beide beobachten Menschen und versuchen, in sie hineinzuschauen. Als Arzt sieht man, wie es im Inneren eines Menschen aussieht. Und das ist als Regisseur nicht viel anders.

    Frage: Gab es denn viele Probleme?

    Antwort: Das größte Problem war die Sicherheit. Die Explosionen und Kämpfe mit bis zu 50 Autos und 100 Stuntmännern und -frauen waren nicht ungefährlich. Aber ich war von Top-Leuten umgeben.

    Frage: Denken Sie an einen fünften «Mad Max»?

    Antwort: Das weiß ich jetzt noch nicht. Das ist so, als würden Sie eine Frau fragen, die soeben entbunden hat, ob sie nochmal schwanger werden will.

    ZUR PERSON: Georges Miller wurde am 3. März 1945 in Chinchilla in Australien geboren. Nach dem Studium der Medizin war er als Unfallarzt tätig, bevor er sich der Dramaturgie und Regie widmete. Der Filmemacher, Drehbuchautor und Produzent drehte die beiden Animationsfilme «Happy Feet». Berühmt wurde Miller vor allem durch seine «Mad Max»-Reihe. 

    Homepage des Filmfestivals

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