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    Phil Collins kämpft sich zurück ins Leben

    Rückenprobleme, Alkoholsucht, eine schmerzhafte Scheidung. Die vergangenen zehn Jahre waren nicht die besten für Phil Collins. Doch jetzt meldet sich der 65-Jährige zurück und will wieder auf Tournee.

    Phil Collins
    Phil Collins in London vor der Royal Albert Hall
    Foto: Philip Dethlefs - dpa

    London (dpa). Phil Collins geht langsam die Stufen vor der Royal Albert Hall in London hinunter. Er hinkt, gestützt auf einen Gehstock. Dann bleibt er stehen, posiert ein wenig für die Fotografen. Der 65-Jährige ist gut gelaunt.

    Doch wenn man sich vorzustellen versucht, wie er im Musikvideo von «Dance Into The Light» von 1996 über den Bildschirm tänzelte, fällt das schwer. Der Musikstar ist alt geworden. Trotzdem will er wieder auf die Bühne, wie er am Montag nun ankündigte. Der Titel seiner für Juni 2017 geplanten Tournee klingt fast trotzig: «Not Dead Yet live» (Noch nicht tot live).

    Collins hat seit 2005 immer wieder mit einem Rückzug aus dem Musikgeschäft geliebäugelt - und dann zog es ihn doch wieder ins Scheinwerferlicht. Erst im Sommer trat er zur Eröffnung der US Open auf. Jetzt sollen Konzerte folgen. Er werde fünf Shows in London und jeweils zwei in Paris und Köln geben, kündigt Collins an. Das, obwohl er im vergangenen Jahr am Rücken operiert wurde, ein Ohr so gut wie taub ist, und ein Nervenschaden den ehemaligen Genesis-Schlagzeuger daran hindert, die Schlägel fest zu greifen. Er werde wohl nie wieder so spielen können wie früher, sagt er, fügt aber hinzu: «Ich werde deswegen keine schlaflosen Nächte haben».

    Am Schlagzeug sitzen soll jetzt sein Sohn Nicholas. Der Teenager war bereits im vergangenen Jahr mit Collins bei Benefizkonzerten mit dem berühmten Vater aufgetreten. Dass Collins inzwischen wieder mit seiner dritten Frau Orianne Cevey und den beiden Söhnen zusammenlebt, tue ihm gut, wie er selbst sagt. 2008 ließ ihn Cevey in der Schweiz zurück und ging mit den kleinen Söhnen nach Florida. Anfang 2016 hieß es, die beiden seien wieder ein Paar und lebten zusammen in Miami.

    Darüber spricht Collins inzwischen genau so offen wie über die Folgen seines übermäßigen Alkoholkonsums. Nach der Trennung habe er die Kontrolle verloren, gibt er zu. «Ich wäre beinahe gestorben», sagte er der «Times» in einem Interview, das am Sonntag erschien. Nachzulesen ist das auch in seiner Autobiografie «Da kommt noch was», die am nächsten Montag (24.10.) auf Deutsch veröffentlicht wird.

    Collins gehört zu den ganz Großen im Showgeschäft. Die Bilanz bisher: Mit Genesis und solo insgesamt wohl deutlich mehr als 250 Millionen verkaufte Platten, viele Nummer-eins-Hits, sieben Grammys und sogar ein Oscar für die Musik zum Disney-Film «Tarzan». «In The Air Tonight», «I can't Dance», «Another Day in Paradise» und «Invisible Touch» sind weltbekannte Ohrwürmer - die er wohl auch bei den angekündigten Konzerten wieder zu hören sein werden.

    Interview in der "Times on Sunday" - Englisch (kostenpflichtig)

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