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    ParisParis lässt Werner Spies freie Hand

    Die verschwommene Figur gleicht einem Gespenst. «Madame der Tod» stammt von Paul Gauguin und ist eine Kohlezeichnung aus den Jahren 1890/1891. Sie gehört zu den mehr als 150 Preziosen, die derzeit im Pariser Musée de l’Orangerie unter dem Titel «Archive des Traums» zu sehen sind.

    Archive des Traums
    Paul Cézanne, La montagne Sainte Victoire, 1900-1902.
    Foto: RMN-Grand Palais (musée d'Orsay)/Tony Querrec - DPA

    Vereint und ausgewählt aus rund 80 000 Papierarbeiten hat sie der deutsche Kurator Werner Spies. Die bis zum 30. Juni ausgestellten Werke stammen aus der Graphiksammlung des Musée d’Orsay, die zu den bedeutendsten weltweit gehört. Die Werkschau wird danach in der Albertina in Wien gezeigt.

    Archive des Traums
    Das Aquarell «Jeune femme et petite fille dans un paysage» (ca. 1872-1874).
    Foto: RMN-Grand Palais (musée d'Orsay)/Tony Querrec - DPA

    Spies hatte bei der Auswahl völlig freie Hand, «carte blanche», wie der Untertitel der Ausstellung besagt. «Ich habe rund acht Monate in den Archiven verbracht und hätte gerne noch mehr Zeit dort zugebracht, denn die Graphiksammlung des Orsay-Museums ist einfach traumhaft», sagte er dpa in Paris. Doch nicht nur deshalb heißt die Ausstellung «Die Archive des Traums. Zeichnungen aus dem Musée d’Orsay. Freie Hand für Werner Spies».

    Archive des Traums
    Die Kreidezeichnung «Danseuse espagnole et études de jambes» (ca. 1882) von Edgar Degas.
    Foto: RMN-Grand Palais (musée d'Orsay)/Jean Shormans - DPA

    Der 77-jährige Kunstexperte, Ex-Direktor des Museums des Centre Pompidou (1997-2000), betreute zahlreiche Ausstellungen zum Surrealismus, der rätselhafte Visionen, Halluzinationen und Träume zum Bildinhalt hat. So wie die in der Orangerie ausgestellten Werke von Odilon Redon, Maurice Denis, Gustave Moreau, Paul Cézanne, Félicien Rops, James Ensor oder Georges Seurat.

    Die Liste der ausgestellten Künstler ist lang und wurde um zeitgenössische Namen wie Anselm Kiefer, Georg Baselitz, Wim Wenders und Martin Walser ergänzt. «Ich wollte, dass zeitgenössische Maler, Filmemacher und Schriftsteller die Exponate auf ihre Weise kommentieren, durch Texte oder Bilder», erklärte Spies. Die Crème de la Crème der Kulturschaffenden ist seinem Aufruf gefolgt.

    Das habe ihn sehr geehrt, ebenso wie das Vertrauen, das der Direktor des Orsay-Museums Guy Cogeval in ihn gesetzt habe. Spies weiß das zu schätzen, denn er war als ausgewiesener Max-Ernst-Kenner 2010/11 im Zusammenhang mit dem Fälscherskandal um Wolfgang Beltracchi in die Schlagzeilen geraten. Sieben bis dahin unbekannte Bilder hatte er als Gutachter für Originale von Max Ernst gehalten und Echtheitsexpertisen dafür ausgestellt. Alle diese Werke stellten sich jedoch als Fälschungen von Beltracchi heraus. Seine erste große Max-Ernst-Retrospektive hatte Spies wieder 2013 in der Fondation Beyeler in Riehen bei Basel kuratiert.

    Die Graphiksammlung des Musée d’Orsay gehört mit rund 80 000 Blättern zu den bedeutendsten weltweit - zusammen mit den Beständen der Albertina, wo die Ausstellung danach zu sehen sein wird. Der Großteil der Orsay-Bestände wird im Louvre aufbewahrt und ist nur selten zu sehen. «Von den Museen und den Galerien ignoriert, wurde die Zeichnung in ein „no man’s land“ zwischen Kunst und Kunsthandwerk verdrängt. Ich hoffe, dass diese Ausstellung dazu beiträgt, sie zu rehabilitieren», schreibt der Graphiker Tomi Ungerer in seinem Kommentar.

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