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    AmsterdamNach neun Jahren öffnet das Stedelijk Museum wieder

    100 Meter lang und 18 Meter hoch erstreckt sich der neue strahlend weiße Giebel des Stedelijk Museum für moderne Kunst in Amsterdam. «Neun Jahre mussten wir warten, und was kriegen wir: Eine Badewanne.»

    Stedelijk Museum
    Das neue Stedelijk Museum besticht durch seine glatte Fassade.
    Foto: Lex van Lieshout - DPA

    Die 47 Jahre alte Marijke ist empört. «Das passt doch überhaupt nicht.» Sie weist auf den Museumplein. Der große Platz der Grachtenmetropole wird dominiert vom ehrwürdigen Reichsmuseum aus rotem Backstein mit seinen vielen Türmchen und dem weißen eleganten Concertgebouw. Dazwischen liegt nun das spektakuläre Museum.

    Seit 2003 war das weltberühmte Stedelijk geschlossen, der Umbau kostete 127 Millionen Euro, jahrelang gab es Zank um Geld, Architekten und Bauarbeiten. Jetzt aber ist es soweit. Am Samstag wird Königin Beatrix das Museum wieder eröffnen. Im ersten Stock wird sie einer guten Bekannten begegnen: H.M., ein Porträt der Monarchin von dem belgischen Maler Luc Tuymans. Das neueste Stück der Sammlung.

    Das alte Städtische Museum von 1895 platzte aus allen Fugen. Der niederländische Architekt Mels Crouwel verknüpfte es mit einem vollständig neuen Flügel und verdoppelte damit fast die Gesamtfläche auf nun 20 000 Quadratmeter. Dass Amsterdamer über die Badewanne lästern, stört den Architekten nicht. «Ach, das ist typisch für Amsterdam. Aber zumindest reden sie darüber.»

    Crouwel wollte eine glatte Fassade, wie aus einem Stück gegossen. Das war aber mit Stein oder Stahl unmöglich. Doch es gelang mit einer Mischung aus einem Kunststoffharz und der Synthetikfaser Twaron. Zum ersten Mal wurde das Material, das sonst für Satelliten, aber auch Soldatenhelme benutzt wird, bei einem so großen Gebäude verwendet. Der Vorteil: Es bleibt auch bei starker Hitze oder Kälte konstant und ist fünfmal so stark wie Stahl.

    Das neue Gebäude ist aber nicht nur wegen Form und Faser revolutionär. Der Architekt drehte das Museum faktisch um 180 Grad. Der Eingang befindet sich nun direkt am Museums-Platz, an der Rückseite des alten Gebäudes. «Es bringt neues Leben auf den Platz,» sagt Ann Goldstein, seit 2010 Direktorin des Museums. «Und die große Glaswand verbindet Stadt und Kunst». 500 000 Besucher erwartet sie jährlich.

    Gut 8000 Quadratmeter Ausstellungsfläche kann Goldstein nun bestücken. Auf vier Etagen sind 2500 Objekte von 1870 bis heute zu sehen: Gemälde, Zeichnungen, Installationen, Skulpturen und Design. Für die Eröffnungsausstellung «Beyond Imagination» beauftragte Goldstein 20 in den Niederlanden lebende Künstler.

    Wenn Amsterdamer auch mosern, die Eröffnung können sie kaum erwarten. «Ein irres Gebäude», staunt der 57 Jahre alte Wim. «Genau richtig für moderne Kunst.» Der Immobilienmakler vermisst die Bilder von Willem de Kooning, Piet Mondriaan oder Barnett Newman wie alte Freunde. Früher kam er einmal in der Woche ins Stedelijk und trank eine Tasse Kaffee unter den farbenprächtigen Fantasievögeln von Karel Appel. «Wie haben wir es nur solange ohne ausgehalten?»

    So modern ist das neueröffnete Stedelijk Museum in Amsterdam
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