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    ParisKathedralen - ein moderner Mythos: Von Monet bis Macke

    Claude Monet hat die Kathedrale von Rouen 30 Mal auf Leinwand verewigt, zu jeweils unterschiedlichen Tages- und Jahreszeiten.

    Mythos Kathedralen – Ausstellung in Rouen
    Möbel und Raumausstattung im Kathedralen-Stil iim nordfranzösischen Rouen.
    Foto: Sabine Glaubitz - DPA

    Den Symbolisten Odilon Redon inspirierte das Mythische der Kathedrale zu nicht weniger Werken. «Kathedralen 1798 – 1914. Ein moderner Mythos» heißt eine bis zum 31. August dauernde Ausstellung in Rouen, in deren Mittelpunkt die Wiederentdeckung des gotischen Bauwerks im 19. Jahrhundert steht. Die rund 250 Exponate umfassende Werkschau wird danach im Wallraf-Richartz-Museum in Köln zu sehen sein.

    «Eines Tages wird man von einer seltsamen Krankheit unserer Zeit, dem Gotikwahn, berichten», kritisierte der Historiker Jules Michelet (1798-1874). Das war nicht immer so. Der Begriff «Gotik» leitet sich aus dem Italienischen gotico ab und bedeutet fremdartig, barbarisch. Der Kunsttheoretiker Giorgio Vasari hat den Ausdruck geprägt, um die Geringschätzung der mittelalterlichen Kunst gegenüber der Antike zum Ausdruck zu bringen. Bis zum 18. Jahrhundert war die Gotik der Inbegriff für schlechten Stil. Erst mit den ersten Romantikern im 18. Jahrhundert entstand eine neue Faszination für die gotischen Bauwerke - in Deutschland früher als in Frankreich.

    Johann Wolfgang von Goethe, der in vielem ein Pionier war, löste den «Gotikwahn» aus. «Eile herbei, daß du schauest sein treffliches Werk», schrieb der junge Dichter in seinem Essay «Von deutscher Baukunst». Das Frühwerk entstand aus Begeisterung über die Schönheit des Straßburger Münsters und ist eine Hommage an dessen badischen Architekten und Erbauer Erwin von Steinbach. Werke von Caspar David Friedrich und Carl Gustav Carus zeugen in der Ausstellung von der Neuentdeckung der gotischen Kathedrale.

    In Frankreich geht die Begeisterung auf Victor Hugo und seinen Roman «Der Glöckner von Notre Dame» zurück, in dem die Kathedrale die Hauptrolle spielt. Das mittelalterliche Gebäude löste dort sogar eine Mode aus. Die sogenannte Dekormode «à la cathédrale» entstand: spitzbogenförmige Standuhren und Stuhlsessel, Keramik, Schmuck und Bucheinbände, deren Ornamentik gotische Stilelemente aufgriffen. Ein ganzer Saal ist diesem Zeitgeschmack gewidmet, der unter der Herrschaft von Karl X. zwischen 1824 und 1830 seinen Höhepunkt erreichte.

    Charles Nègre, Brassaï und Marc Chagall haben die Chimären und Fabelwesen fasziniert, die sich auf den Fassaden der Kathedralen tummeln; Monet, Pissarro und Sisley erlagen den riesigen Dimensionen des Bauwerks, das sich in ihren Werken im Licht aufzulösen scheint. Nach dem Zweiten Weltkrieg malte auch Picasso das gotische Bauwerk. Bis heute übt die Kathedrale eine Faszination auf die Künstler aus, wie ab 26. September in Köln zu sehen sein wird, wo mehr zeitgenössische Künstler ausgestellt werden.

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