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    New YorkDie Rausflieger - Wenn die Crew den Promi verbannt

    Nicht einmal die Flucht zur Toilette half Alec Baldwin. Am Dienstag musste der Hollywoodstar ein schon startbereites Flugzeug in Los Angeles wieder verlassen, weil ihn die Crew nicht mehr mitnehmen wollte.

    Alec Baldwin
    Wegen der entstanden Unannehmlichkeiten hat sich Alec Baldwin inzwischen bei seinen Mitreisenden in einem offenen Brief entschuldigt.
    Foto: Andrew Gombert - DPA

    Der Grund: Der 53-Jährige hatte auf seinem Mobiltelefon rumgespielt - obwohl Stewardessen ihn ermahnt hatten. Immer wieder fliegen Prominente aus Flugzeugen, weil sie sich nicht so benehmen, wie es die Besatzung vorschreibt. Allerdings: Es trifft nicht nur Prominente. Und umstritten ist seit Jahren, wie sinnvoll viele Vorschriften sind.

    Telefon ausmachen, anschnallen, Sitzlehne aufstellen und natürlich nicht rauchen. Das sind die Vorschriften, die jeder kennt - aber an die sich nicht jeder hält. Die Pop-Diva Whitney Houston wäre vor zwei Monaten fast aus einem Flugzeug geflogen, weil sie sich partout nicht anschnallen wollte.

    Der Schauspieler Jonathan Rhys Meyers wurde gar nicht erst ins Flugzeug gelassen, weil er zuvor in der Warte-Lounge auf Alkohol bestanden hatte - am frühen Morgen. Auch der Regisseur Kevin Smith musste wieder raus - zu fett für das Flugzeug. Und Josh Duhamel («Transformers») wurde aus dem Flugzeug geschmissen, weil er sein Telefon nicht ausmachen wollte - so wie Baldwin.

    «Wir führen keine Promi-Statistik», sagt Les Dorr von der Federal Aviation Administration. Die US-Luftfahrtbehörde registriert aber durchaus, wenn Flüge wegen Passagieren abgebrochen werden, gar nicht erst starten oder renitente Kunden vor die Tür gesetzt werden.

    «Die gute Nachricht», sagt Dorr, «die Zahl der Fälle steigt nicht.» Die schlechte: Es gibt trotzdem fast jeden Tag solche Probleme. Für die Fluggesellschaften bedeutet jeder Fall hohe Verluste, für die anderen Passagiere oft lange Verspätungen.

    Fast vier statt eineinhalb Stunden dauerte zum Beispiel ein Flug von Paris nach Dublin. An Bord war Gérard Depardieu und der französische Filmstar - bekannt dafür, dass er keinen Genuss auslässt - wollte unmittelbar vor dem Start noch schnell auf die Toilette. Die Stewardess verbot ihm das. Da griff Depardieu zur Flasche. «Ich sagte, Madame, ich muss pinkeln. Ich bin nicht krank, ich bin kein Terrorist. Ich muss einfach nur pinkeln.» Dummerweise ging einiges daneben («Das Fläschchen war für mich einfach zu klein») und Depardieu bekam reichlich Ärger und weltweit Schlagzeilen.

    Sogar vor Gericht endete es für Naomi Campbell, als vor drei Jahren einer ihrer Koffer verschwand. Das schwarze Topmodel beschimpfte die Crew als Rassisten, spuckte sie an und trat mit ihren Stilettos nach Polizisten. Es half nichts, sie wurde in Handschellen abgeführt. Als Buße musste sie Toiletten putzen. Zu der Strafarbeit kam sie im Pelzmantel. Ein Chauffeur im Rolls-Royce holte sie danach wieder ab.

    «Es ist sicher kein Promi-Problem», sagt der Sprecher einer europäischen Airline, «bei denen fällt es nur auf.» Sonderrechte gebe es für 1.-Klasse-Passagiere ebenso wenig wie für Prominente. «Wer will auch sagen, wo Prominenz anfängt?» Solche Fälle kämen selten vor. «Aber bei den Millionen Passagieren wird es dann doch zum Alltagsproblem.» Vor allem aber in den USA: «In Europa ist man etwas toleranter.» Hinzu kommt, dass Angestellte in den USA oft keinerlei Spielraum haben und einfach stur nach Schema F arbeiten.

    Immerhin: Baldwin hat sich entschuldigt - bei den anderen Passagieren, die seinetwegen warten mussten. Für die Stewardess hatte er hingegen keine versöhnlichen Worte: «Ich denke, dass diese Fau beschlossen hatte, aus mir eine Art Exempel zu machen, während alle anderen in Ruhe gelassen wurden.» Das würde erklären, warum noch von Bord Twitter-Nachrichten des Vorfalls in die Welt gingen - ohne Telefon oder Computer geht das nicht.

    Dank Baldwin geht im Internet wieder die Diskussion los, wie sinnig oder unsinnig Flugvorschriften sind. «Warum soll ich den Tisch einklappen? Wenn wir abstürzen, enden wir in einem Feuerball - auch ohne Tisch», schreibt einer. Und ein anderer will gleich ganz aufs Flugzeug verzichten: «Ich möchte nicht in einem Gefährt sitzen, dem ein einfacher MP3-Player gefährlich werden kann.»

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