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    Frankfurt/MainBitte verwenden Sie diesen Artikel nicht als Pizzabelag!

    «Versuchen Sie nicht, die Säge mit den Händen anzuhalten» oder «Kleider nicht am Körper bügeln» - Warnhinweise dieser Art gibt es wirklich. Obwohl vermutlich den meisten Menschen klar sein dürfte, dass eine Bohrmaschine «Nicht zur Körperhygiene geeignet» ist und man ihre Gebläse «nicht als Fön verwenden» sollte.

    Absurde Warnhinweise
    Die Arbeit «Brennende Kerzen nicht unbeaufsichtigt lassen» von Jana Gragert.
    Foto: Frank Kleefeldt - DPA

    Mit absurden Warnhinweisen dieser Art beschäftigt sich eine Ausstellung im Frankfurter Museum für Kommunikation. Sie ist in Zusammenarbeit mit einer Zeitschrift für Bildbearbeitung entstanden, die zu diesem Thema einen Wettbewerb ausgeschrieben hatte. Die 50 besten Einsendungen sind vom 16. August bis 21. Oktober am Frankfurter Museumsufer zu sehen.

    Absurde Warnhinweise
    Die Arbeit «Hautirritationen» von Kristin Popp.
    Foto: Frank Kleefeldt - DPA

    Einen der ersten Preise, es gab mehrere erste Plätze für Profis, Semiprofis, Auszubildende und Amateure, gewann Jana Gragert aus Reichenberg mit der Warnung «Brennende Kerzen nicht unbeaufsichtigt lassen». Wenn Kerzen unbeaufsichtigt sind, so ihre These, fangen sie nämlich an zu tanzen. In ihrer Bildmontage wiegen sich zwei weiße Kerzen feuersprühend im Tangoschritt. Stefan Bungart aus Stuttgart lässt Auberginen wie Pinguine über den Südpol wackeln. Auf ihrem Rücken prangt der Aufkleber «Gentechnisch verändert».

    Viele bizarre Warnschilder haben wir den Amerikanern zu verdanken, erklärte Museums-Chef Helmut Gold bei der Vorbesichtigung am Dienstag. US-Hersteller wollen sich damit gegen Klagen wappnen, falls Kunden das Produkt falsch benutzen und dadurch zu Schaden kommen. Der «Stella-Award» ehrt, beziehungsweise brandmarkt, die absurdesten Schadenersatzforderungen. Benannt wurde er nach einer Frau, die eine halbe Million Dollar Schadenersatz plus Schmerzensgeld erhielt, nachdem sie sich bei McDonald's mit heißem Kaffee verbrüht hatte.

    Die Folge dieser Rechtsprechung: Die Warnhinweise an US-Produkten werden immer abstruser. Initiativen wie M-Law sammeln sie und veröffentlichen sie im Netz. Auf der Hitliste der «Wacky Warnings» ganz oben: Der Ratschlag auf einem Kinderwagen «Baby vor dem Zusammenfalten entfernen» und der Hinweis auf einer Klobürste «Nicht für die Körperhygiene geeignet.» Ein Hersteller rät sogar, den Rohrreiniger besser nicht zu verwenden, «wenn Sie diese Warnung nicht verstehen oder nicht lesen können».

    Das hatte vielleicht Florian Janßen aus Bad Tölz im Hinterkopf, als er für den «Docma»-Wettbewerb ein Warnschild in Szene setze, das er im Urlaub auf Korsika entdeckt hatte. Es warnt in komplett unverständlichem Pseudo-Deutsch vor Fehlern beim Surfen. In seiner Bildmontage rollt eine Monsterwelle auf den Strandurlauber zu, der leider auch keine Ahnung hat, was der Text ihm sagen will.

    Ob es die Hinweise wirklich gibt oder ob sie nur gut erfunden sind, habe für die Jury keine Rolle gespielt, erklärte der Chefredakteur der Zeitschrift, Christoph Künne. Für sie zählte nur die perfekte technische Umsetzung und die originelle Bildidee. Wie die von Jaroslaw Reisig aus Kressbronn, der sich einen unglücklichen Graffiti-Sprayer ausdachte, der nicht an der Milchprodukte-Unverträglichkeit Laktoseintoleranz leidet, sondern an «Lackdoseintoleranz».

    Die Aufgabe habe darin bestanden, Warnhinweise bildlich so umzusetzen, dass sie «in ihrer Übersteigerung die Absurdität ihrer Vorbilder möglichst noch übertreffen», erklärten die «Docma»-Leute. Das Museum sprang auf den Zug auf und warnte die Journalisten: «Bitte verwenden Sie diese Presseeinladung nicht als Pizzabelag!»

    Kommunikationsmuseum

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