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    KarlsruheÜber Konservierung von Kunst: «Digital Art Works»

    Kunst war noch nie so vergänglich - zumindest die digitale. Künstler, die sich mit Medienkunst beschäftigen, müssen den möglichen Verlust ihres Werkes gleich mit einkalkulieren.

    Ausstellung Digital Art Works
    «Augentauschen » hat der Künstler Heiner Blum die digitalisierte Version seiner Installation genannt.
    Foto: Uli Deck - DPA

    Der technische Fortschritt ist so rasant, dass vor wenigen Jahren geschaffene Kunstwerke auf modernen Geräten oder Betriebssystemen nicht mehr gezeigt oder abgespielt werden können. Digitale Kunst also erhalten - wie geht das?

    Ausstellung Digital Art Works
    Ein Beispiel: Das Karlsruher Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) zeigt Frank Fietzeks Installation «Tafel» aus den Jahren 1992-1993.
    Foto: Uli Deck - DPA

    Die neue Ausstellung «Digital Art Works. The Challenges of Conservation» am Karlsruher Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) widmet sich von diesem Samstag an den Möglichkeiten - und den enormen Problemen bei der Bewahrung computerbasierter Kunstwerke.

    Ausstellung Digital Art Works
    In der Ausstellung «Digital Art Works. The Challenges of Conversation», die vom 29. Oktober 2011 bis zum 12. Februar 2012 läuft.
    Foto: Uli Deck - DPA

    «Das Rad der Zeit läuft so schnell, dass wir nur hinterhinken können», sagte Kurator Bernhard Serexhe. In großen Stückzahlen kaufen er und sein Team deshalb gebrauchtes Equipment auf dem Secondhandmarkt oder Verkaufsplattformen wie Ebay: etwa 1000 Röhrenmonitore, die heute nicht mehr hergestellt werden, oder alte Computer, die schon längst aus der Produktion genommen wurden.

    Ausstellung Digital Art Works
    Die Installation «Internet Dream» stammt von Nam June Paik.
    Foto: Uli Deck - DPA

    Ein Beispiel dafür: das in der Schau gezeigte Kunstwerk «The Legible City» von Jeffrey Shaw. Dieser 1989 entstandene Klassiker der Medienkunst wurde einst für einen seinerzeit extrem schnellen Computer von Silicon Graphics programmiert und ermöglicht eine virtuelle Fahrt durch Karlsruhe auf einem Fahrrad. Da der Computer seit 15 Jahren nicht mehr hergestellt wird, musste Serexhe diese Geräte gebraucht beschaffen. «Und nun müssen wir sie so lange reparieren, wie es eben geht.» Absehbar sei heute schon, dass das Werk irgendwann auf einer neuen Betriebsplattform komplett neu programmiert werden muss.

    Ausstellung Digital Art Works
    Eine Besucherin im Karlsruher Zentrum für Kunst und Medientechnologie vor Michael Naimarks «Karlsruhe Moviemap».
    Foto: Uli Deck - DPA

    Die Ausstellung will aber nicht nur technische Fragen diskutieren, sondern auch ethische. «Was können wir, was wollen wir, was dürfen wir angesichts eines rapiden Verlusts des digitalen Gedächtnisses», fragt Serexhe. «Die Frage nach der Originalität stellt sich ganz neu.»

    Etwa am Beispiel einer Videoinstallation von Nam June Paik: Seine Videowand «Internet Dream» aus lauter unterschiedlichen Einzelbildern war eigentlich für rauschende Röhrenmonitore gedacht - und hätte auf heutigen LED-Monitoren eine ganz andere Ästhetik. Die Dia-Arbeit «Augentauschen» des Konzeptkünstlers Heiner Blum war eigentlich für Diakarussells bestimmt - mit dem charakteristischen Klicken der durchlaufenden Dias und einem nicht ganz reinen Bild. «Digital Art Works» zeigt die Arbeit auch auf einem modernen Hochleistungsprojektor, der die Bilder an die Wand wirft: hochauflösend und ganz leise.

    Für ZKM-Direktor Peter Weibel stellt sich die Frage nach der Kunst im Medienzeitalter und Hochtechnologie nochmals anders: «Seit Kunst reproduzierbar ist, gibt es ohnehin keine Originalität mehr», sagt er. «Es geht nur noch um den Transport des Inhaltes.»

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