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    Limetten und Schnaps: Caipirinha hat viele Fans

    Im Sturm eroberte der Caipirinha Ende der 90er die Herzen der Barbesucher. Bis heute ist er einer der meistverkauften Cocktails. Das Erfolgsrezept: einfache Herstellung und frischer Geschmack.

    Caipirinha hat viele Fans
    Für Caipirinha nimmt man am besten Bio-Limetten. Denn sie kommen mit Schale ins Glas.
    Foto: Franziska Gabbert - dpa

    Hamburg (dpa/tmn). Limettenachtel und Zucker ins Glas, kräftig mit dem Holzstößel andrücken, jede Menge Crushed Ice dazu und mit Cachaça, Zuckerrohrschnaps, auffüllen. Fertig ist der Caipirinha.

    Limetten, Zucker, Schnaps und Eis
    Limetten, Zuckerrohrschnaps, Zucker und Eis: Ein Caipirinha ist schnell selbst gemacht.
    Foto: Gräfe und Unzer/Joern Rynio - dpa

    «Obwohl er so simpel ist, hat der Caipirinha die Cocktailkultur total verändert». Das, sagt Helmut Adam, Sachbuchautor und Herausgeber einer Bar-Fachzeitschrift.

    Viele schöne Coctail-Rezepte
    Jens Hasenbein und Helmut Adam: Cocktails - Für die Happy Hour zu Hause, Gräfe und Unzer, 64 S., 8,99 Euro, ISBN: 9783833841231
    Foto: Gräfe und Unzer/Joern Rynio - dpa

    Die Besonderheit: Bei Caipirinha entsteht der Fruchtsaft im Glas. Durch den Druck des Holzstößels werden die Limettenstücke ausgedrückt und geben ihren Saft ab. «Das ist Zubereitung à la minute», sagt Adam.

    Wer hat's erfunden?

    Das Hauptelement von Caipirinha ist Cachaça (gesprochen: Katschassa), ein brasilianischer Zuckerrohrschnaps, der eng mit dem Rum verwandt ist. Der Name Caipirinha leitet sich ab von dem brasilianischen Wort «Caipira», was so viel wie Landbewohner oder auch Hinterwäldler heißt. Maximilian Winkel, Geschäftsführer des Freisinger Clubs «Nigel Parker», kennt die Überlieferungen: «Früher haben sich die armen Bauern in Brasilien aus Zuckerrohr selbst Schnaps gebrannt.» Pur schmeckte der Selbstgebrannte aber nicht: «Und da es Limetten im Überschuss gab, hat man den Schnaps einfach mit Zucker und Limetten trinkbar gemacht.»

    Warum ist Caipi so beliebt?

    Rocky Balsam mag den Caipirinha so gerne, dass er in Hamburg seine Cocktail-Bar danach benannt hat. In der «Caipi-Colada Bar» steht auf Platz eins der Karte natürlich der Caipirinha. «Das ist ein super Cocktail, weil er so einfach und frisch ist», schwärmt Balsam. «Durch die frisch gepressten Limetten entsteht eine schöne Säure, durch den Zucker die Süße - das ist genau die Mischung, die man von einem guten Cocktail erwartet.»

    Wie geht es denn richtig?

    «Zur perfekten Zubereitung eines Caipirinhas hat fast jeder Barkeeper seine eigene Philosophie», sagt Winkel. Angefangen beim Cachaça selbst, sagt Adam. «Günstig hergestellte Massenprodukte schmecken natürlich anders als in kleinen Mengen hochwertig hergestellte Destillate.»

    Ähnlich vielschichtig ist das Thema Zucker. In Deutschland kommt häufig brauner, karamellisierter Zucker zum Einsatz: Dabei ist das eigentlich ein Irrtum, denn laut brasilianischer Tradition gehört feiner, weißer Rohrzucker ins Glas. «Brauner Zucker löst sich schlecht auf, und sorgt immer für ein krümeliges Gefühl auf der Zunge», sagt Adam.

    Bei den Limetten sind sich alle Barkeeper einig: Frisch müssen sie sein und in Bio-Qualität - schließlich kommt die Schale mit ins Glas. «Dennoch bitte vorher einmal waschen, denn auch Bio-Limetten haben eine schützende Wachsschicht», sagt Winkel. Ins Glas kommen Achtelstücke, erklärt Rocky Balsam.

    In Deutschland favorisieren die meisten Bartender und Caipi-Liebhaber Crushed Ice oder klein gestößelte Eiswürfel, da auf diese Weise sehr erfrischendes Schmelzwasser entsteht, das den Drink abrundet. «In Brasilien selbst werden aber in der Regel ganze Eiswürfel genommen», sagt Adam.

    Gibt es Variationen?

    Statt Cachaça können auch andere Spirituosen genutzt werden, wie Wodka, Rum, Kräuterschnaps oder Aperol. Es gibt sogar Variationen mit Rotwein. «Auch beim Obst kann man sich austoben», sagt Adam. Er selbst mag am liebsten Variationen mit Passionsfrüchten oder Kumquat.

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