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    DhakaZahl der Toten in Bangladesch steigt auf über 500

    Die Zahl der Toten nach dem Einsturz eines Fabrikgebäudes in Bangladesch ist auf mehr als 500 gestiegen. Bis Freitag sind nach offiziellen Angaben 511 Leichen aus den Trümmern des einst achtstöckigen Gebäudes mit Textilfabriken im Industriegebiet Savar geborgen worden.

    Massengrab
    Die Opfer des Fabrikeinsturzes werden in Massengräbern bestattet.
    Foto: Abir Abdullah - DPA

    Die Kleidungsfabrikanten des Landes fürchten nun, dass sich westlichen Auftraggeber aus Bangladesch verabschieden könnten, wie Atiqul Islam, Chef des Verbandes der Textilproduzenten und -exporteure (BGMEA), der Nachrichtenagentur dpa sagte. Deswegen müssten alle 3500 Mitglieder des Verbandes ihre Baupläne zur Prüfung vorlegen.

    Abschied
    Abschied: Eine Frau weint in Dhaka um ihre Mutter.
    Foto: Abir Abdullah - DPA

    Der Leiter der Bergungsoperation, Hasan Suhrawardy, sagte, die Suche im Schuttberg gehe weiter, bis der letzte Mensch gefunden worden sei. Wie lange die Räumung der Trümmer mit schwerem Gerät noch dauern könnte, vermochte er neun Tage nach dem Unglück noch nicht abzuschätzen. «Je weiter wir durch den Schutt graben, desto mehr Leichen von Vermissten finden wir», sagte Suhrawardy. Bangladeschs Präsident Abdul Hamid fuhr am Freitag zur Unglücksstelle und besuchte Überlebende im Krankenhaus.

    Textilarbeiter in  Dhaka
    Textilarbeiter fordern in Dhaka eine harte Bestrafung des Fabrikbesitzers.
    Foto: Abir Abdullah - DPA

    Die Textilfabrikanten forderten die internationalen Auftraggeber auf, in der Stunde der Not lieber zusammenzuarbeiten, als Bangladesch den Rücken zuzukehren, sagte BGMEA-Chef Islam weiter. In einer kurzfristig einberufenen Generalversammlung habe der Verband beschlossen, dass eine Expertenkommission die Fabriken aller Mitglieder überprüfen werde. «Wenn die Inhaber die notwendigen Korrekturen nicht vornehmen, müssen sie mit Schließung rechnen», sagte Islam.

    Suche nach Verschütteten
    Bei der Suche nach Verschütteten wird jetzt auch schweres Gerät eingesetzt.
    Foto: Abir Abdullah - DPA

    Bangladesch steht unter Druck, bei der Textilproduktion internationale Standards einzuhalten. Die Kleidungsindustrie ist die wichtigste des Landes und macht fast 80 Prozent der Exporteinnahmen aus - die meisten Ausfuhren gehen nach Europa. Der Verband bat alle Mitglieder darum, für die Opfer des Einsturzes jeweils mindestens 245 Euro zu spenden.

    Verzweifelte Mutter
    Eine verzweifelte Mutter sucht seit zehn Tagen in den Trümmern des eingestürzten Fabrikgebäudes in Dhaka nach ihrem Sohn.
    Foto: Abir Abdullah - DPA

    Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) bot ebenfalls am Freitag an, Deutschland könne die berufliche Wiedereingliederung der Überlebenden mit 2,5 Millionen Euro unterstützen. Das Geld solle den Menschen mit bleibenden gesundheitlichen Schäden und Behinderungen zugutekommen.   

    Auf der Suche nach dem Bruder
    Auf der Suche nach seinem Bruder klettert ein Mann unter Lebensgefahr durch die Trümmer des eingestürzten Fabrikgebäudes in Bangladesch.
    Foto: Abir Abdullah - DPA

    Nach Informationen der Zeitung «Daily Star» aus Bangladesch gab der Besitzer des Hauses, Sohel Rana, bei der Polizeibefragung zu, die oberen Etagen des achtstöckigen Hauses ohne Genehmigung errichtet zu haben. Auch sei ein neuntes Stockwerk gerade im Bau gewesen.

    Rana und sein Vater hätten außerdem weder das Material noch den Bau überprüft, schreibt «Daily Star» weiter. Auch sei ein Ingenieur festgenommen worden, der nach dem Auftreten von Rissen am Tag vor dem Einsturz gesagt haben soll, das Gebäude sei sicher.

    Auch neun Tage nach dem Unglück warteten noch Dutzende Menschen mit Fotos von Vermissten am Rande der Unglücksstelle auf die Bergung ihrer Angehörigen. Am Mittwoch hatte eine von der Polizei erstellte Vermisstenliste 149 Namen umfasst, eine aktuelle Zahl ist nicht verfügbar.

    Der Textilverband versprach, möglichst schnell eine Liste der Arbeiter zu erstellen, die am Unglückstag im Gebäude waren. 2437 Menschen überlebten die Katastrophe im «Rana Plaza», die als das schlimmste Fabrikunglück in der Geschichte Bangladeschs gilt.

    Bericht «Daily Star»

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