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    DohaWulff: Kooperation von Muslimen und Christen

    Bundespräsident Christian Wulff hat Muslime und Christen ungeachtet aller religiösen und kulturellen Unterschiede zum gemeinsamen Einsatz für mehr Frieden und Gerechtigkeit aufgerufen.

    Bundespräsident Wulff
    Bundespräsident Christian Wulff (M) und seine Frau Bettina werden auf dem Flughafen von Katar vom dem vom Emir eingesetzten Ehrenbegleiter, Mohamed Faraj Al Mansoori (r), empfangen.
    Foto: Wolfgang Kum - DPA

    «Jeder von uns möge sich fragen, ob er Teil der Lösung, oder ein Teil des Problems darstellen möchte», sagte Wulff am Sonntag auf der Konferenz «Allianz der Zivilisationen» in Doha im Golfemirat Katar. «Ich zähle dabei (...) auf Kooperation statt Konfrontation.»

    Das Forum unter dem Dach der Vereinten Nationen strebt eine bessere Verständigung zwischen der westlichen und der islamischen Welt an. Wulff ist auf einer bis Dienstag dauernden sechstägige Reise durch die Golfregion. An diesem Montag wird er zu Gesprächen in den Vereinigten Arabischen Emiraten erwartet.

    Wulff rief die Religionsführer in Doha auf, Andersgläubigen mit Respekt zu begegnen und klar ihre Stimme zu erheben, wenn der Glaube als Vorwand für Konflikte missbraucht werde. Sie sollten sich auf den gemeinsamen Auftrag besinnen, die Schöpfung zu achten und die Würde aller Menschen zu verteidigen. «Wenn das wieder deutlicher wird, dann können die Weltreligionen zu einem Medium der Verständigung, zur Grundlage einer gemeinsamen Humanität, gar eines Weltethos werden.»

    «Ich arbeite dafür, dass sich mehr und mehr das Bewusstsein durchsetzt, dass wir eine Weltgemeinschaft sind, eine Schicksalsgemeinschaft sind», betonte der Bundespräsident. «Die Aufgaben sind riesig: Friedenssicherung, Terrorbekämpfung, Finanzmarktneuordnung, Klimaschutz.» All diese Fragen könnten trennen oder verbinden. «Ich möchte das Gemeinsame stärker in den Vordergrund stellen als das, was uns entzweit.»

    Der Auftritt des Bundespräsidenten in Doha war bis kurz vor Beginn der Tagung unsicher. Am Samstag hatte er gedroht, er werde absagen, wenn der wegen Menschenrechtsverletzungen international gesuchte sudanesische Präsident Omar al-Baschir teilnehme. Er werde nicht bei einer Konferenz sein, «bei der wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit steckbrieflich gesuchte Staatsoberhäupter teilnehmen».

    Ohne Al-Baschir beim Namen zu nennen sagte Wulff, der von ihm geforderte Dialog der Kulturen und Religionen habe «dort seine Grenze, wo die Menschenwürde missachtet wird und sich in schwerwiegender Weise an den universellen Menschenrechten vergangen wird. Dann ist ein Dialog natürlich nicht möglich.»

    Der Internationale Strafgerichtshof hatte gegen Al-Baschir 2009 einen Haftbefehl wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit in der westsudanesischen Konfliktregion Darfur erwirkt. Mitte 2010 wurde der Haftbefehl um den Tatbestand des Völkermords erweitert. In den Jahren 2003/2004 seien die Einwohner ganzer Dörfer ermordet und vier Millionen Menschen in die Flucht getrieben worden.

    Wulff sagte, die Umbrüche des «Arabische Frühlings» hätten die Sehnsucht gerade der jungen Menschen nach Gerechtigkeit und gesellschaftlicher Teilhabe gezeigt. Es gebe nun eine große Chance, «zu einer Zeit der Verständigung und der Zusammenarbeit zu finden». Intoleranz dürfte dabei nicht tabuisiert, aber Vorurteile müssten in Frage gestellt werden.

    Der Arabischen Liga und dem Golf-Kooperationsrat bescheinigte er, hohes Verantwortungsbewusstsein gezeigt und mutige Entscheidungen zu Libyen, Syrien und dem Jemen getroffen zu haben. Von Europa forderte der Bundespräsident mehr Selbstkritik: «Gerade in Europa hat man viel zu lange an autoritären Herrschern festgehalten.»

    UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sagte, nach dem Arabischen Frühling sei ein Prozess der Aussöhnung notwendig, um die Transformation in allen Ländern erfolgreich zu gestalten. Auch er rief Christen und Muslime zu gemeinsamen Anstrengungen für mehr Toleranz auf. Es gebe wichtige Aufgaben, die nur zusammen gelöst werden könnten.

    Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan übte in einer Videobotschaft scharfe Kritik an Israel und Syrien und forderte ein Ende des «Staatsterrorismus» im Nahen Osten. Solange im Gazastreifen unschuldige Menschen bombardiert würden, könne kein Frieden gefunden werden. Auch könne es keinen Frieden geben, solange eine Regierung auf die eigene Bevölkerung schieße, sagte er mit Blick auf Syrien.

    Erdogan gehört zusammen mit dem scheidenden spanischen Ministerpräsidenten José Luis Rodríguez Zapatero zu den Initiatoren der «Allianz der Zivilisationen».

    Terminkalender des Bundespräsidenten

    Reden des Bundespräsidenten

    Auswärtiges Amt zu den Beziehungen Katars zu Deutschland

    Offizielle Internetseite des Emirs von Katar auf englisch

    Internetauftritt der Konferenz der UN-Allianz der Zivilisationen in Doha

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