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    Waffenlager bei Champs-Élysées-Angreifer gefunden

    Nach dem mutmaßlichen Auto-Anschlag auf den Champs-Élysées sind noch viele Fragen offen. Der Angreifer soll zahlreiche Waffen besessen haben - und war den Behörden als mutmaßlicher Islamist bekannt.

    Champs-Elysées
    Auf der Pariser Prachtstraße Champs-Elysées ist es zu einer Autoattacke auf einen Gendamerie-Kleinbus gekommen. Der mutmaßliche Angreifer ist tot.
    Foto: Bertrand Combaldieu - dpa

    Paris (dpa) - Nach dem Anschlagsversuch auf Polizisten auf dem Pariser Prachtboulevard Champs-Élysées haben Ermittler in der Wohnung des mutmaßlichen Angreifers ein Waffenlager gefunden. Das berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf informierte Kreise.

    Der Sender Franceinfo sprach von zahlreichen Schusswaffen. Zudem sei im Auto des Mannes, der den Behörden als mutmaßlicher Islamist bekannt war, viel Munition gefunden worden. Eine offizielle Bestätigung war zunächst nicht zu erhalten.

    Der 31 Jahre alte Mann hatte am Montag mit seinem Auto einen Kleinbus der Gendarmerie gerammt, der Wagen ging anschließend in Flammen auf. Der Angreifer wurde tödlich verletzt, sonst kam niemand zu Schaden. Innenminister Gérard Collomb sprach von einem versuchten Anschlag, Anti-Terror-Experten ermitteln.

    Für Diskussionen sorgte, dass der Mann laut Medienberichten einen Waffenschein als Sportschütze hatte, obwohl er als radikalisiert bekannt war und in einer entsprechenden Datenbank der Sicherheitsbehörden eingetragen war.

    Niemand könne sich damit zufriedengeben, dass der Mann trotz dieser Meldung den Waffenschein haben könne, sagte Premierminister Edouard Philippe. Als die Erlaubnis erteilt worden sei, habe der Mann keine Vorstrafen gehabt. Bislang sei es den für Waffenscheine zuständigen Behörden zudem nicht möglich, auf die fragliche Datenbank zuzugreifen.

    Vier Familienmitglieder des Mannes wurden in Polizeigewahrsam genommen, wie aus Justizkreisen bekannt wurde. Dies ist ein übliches Vorgehen bei Terrorermittlungen.

    Frankreich war in den vergangenen Jahren mehrfach Ziel von Terroranschlägen. Dabei standen immer wieder Sicherheitskräfte im Visier. Erst im April hatte ein 39 Jahre alter Gewalttäter auf den Champs-Élysées Polizisten angegriffen und den Beamten Xavier Jugelé getötet. Anfang des Monats war ein radikalisierter 40-Jähriger vor der weltbekannten Kathedrale Notre-Dame mit einem Hammer auf Polizisten losgegangen.

    Die Pariser Regierung will noch in dieser Woche eine weitere Verlängerung des Ausnahmezustands bis Anfang November und ein neues Anti-Terror-Gesetz auf den Weg bringen.

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