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    WashingtonUS-Wahlen haben schon begonnen - Romney unter Druck

    Rund sechs Wochen vor der US-Präsidentenwahl haben die Amerikaner mit der Stimmabgabe begonnen. Etwa die Hälfte der 50 Bundesstaaten nimmt seit dem Wochenende bereits Wahlzettel entgegen - per Post und vielerorts auch in Wahllokalen, wie die US-Behörden mitteilten.

    Mitt Romney
    Der republikanische Herausforderer Mitt Romney spricht Ende August auf dem Pepublikaner-Parteitag in Tampa.
    Foto: Andrew Gombert/Archiv - DPA

    Es wird erwartet, dass sich Hunderttausende zwischen Amtsinhaber Barack Obama und seinem Herausforderer Mitt Romney entscheiden, bevor die Endphase des Wahlkampfes überhaupt beginnt. Obama und Romney geben fast täglich Kundgebungen und stehen sich noch in drei Rededuellen im Fernsehen gegenüber.

    Experten rechneten damit, dass diesmal bis zu 46 Millionen Wähler ihre Stimme vor dem Wahltermin am 6. November abgeben, berichtete der TV-Sender NBC. Das wären etwa ein Drittel aller Wähler und noch mehr als 2008, als Obama stark vor den «vorzeitigen Wahlen» profitierte. Aktuelle Umfragen sehen den demokratischen Amtsinhaber mit durchschnittlich gut 48 Prozent deutlich vor seinem Kontrahenten Romney, der bei knapp 45 Prozent liegt. Das hat das Portal Realclearpolitics.com am Sonntag ermittelt.

    Auftrieb erhielt Obama zuletzt durch einen Patzer seines Gegners, der die 47 Prozent der Amerikaner, die - wie er sagte - Obama wählen würden, als Sozialschmarotzer klassifizierte. Obama nutzte das Aufreger-Thema am Wochenende zu seinen Gunsten. Bei einem Auftritt in Wisconsin warf er dem Republikaner Romney vor, «die halbe Nation abzuschreiben».

    Diskussionen löste auch Romneys teilweise Offenlegung seiner privaten Finanzen am Freitag aus: Demnach führte er in den vergangenen 20 Jahren mindestens 13,6 Prozent seines Einkommens an den Fiskus ab - weniger als die Durchschnitts-Amerikaner. Romneys Vermögen wird auf weit über 200 Millionen Dollar geschätzt.

    Mit einem notariell beglaubigten Schreiben von Wirtschaftsprüfern konnte er zwar den Vorwurf der Demokraten widerlegen, er habe zeitweise gar keine Steuern gezahlt. Doch die Obama-Anhänger wollen mehr Transparenz. Sie sprechen gar von Manipulation und verlangen die Offenlegung der jährlichen Steuererklärungen für den gesamten Zeitraum von 1990 bis 2009. Kritiker bezeichneten die Offenlegung direkt vor dem Wochenende außerdem als ein geschicktes PR-Manöver.

    Romney veröffentlichte nun seine Steuererklärung für 2011. Demnach verdienten er und seine Ehefrau Ann rund 13,7 Millionen Dollar (10,5 Mio Euro). Zum Vergleich: Präsident Barack Obama und seine Frau Michelle verdienten 2011 laut ihrer Steuererklärung knapp 800 000 Dollar. Die Romneys zahlten rund 14 Prozent Steuern. Denn die Einnahmen stammen vor allem aus Investments, Dividenden und Zinseinkünften, die in den USA deutlich geringer besteuert werden als Lohn oder Gehalt. Die «New York Times» kritisierte, Romney zahle damit eine «deutlich geringere Rate als viele reiche oder sehr reiche Amerikaner». Der Spitzensteuersatz liegt sonst bei 35 Prozent.

    Aus Romneys Veröffentlichungen geht weiter hervor, dass er im vergangenen Jahr rund vier Millionen Dollar gespendet hat. Davon habe er lediglich 2,2 Millionen in der Steuererklärung geltend gemacht, um nicht einen noch niedrigeren Satz zu zahlen.

    Obama hatte seinen Kontrahenten immer wieder aufgefordert, seine finanzielle Lage - wie für Präsidentschaftskandidaten üblich - bis weit zurück in die Vergangenheit offenzulegen. Außerdem wirft er Romney in TV-Wahlkampfspots vor, sein Geld in Steueroasen in der Karibik zu bunkern.

    Auch sonst sind die Steuern Top-Thema im Wahlkampf: Falls Obama im November wiedergewählt wird, will er dafür sorgen, dass alle Millionäre mindestens 30 Prozent an den Staat abführen. Seine Pläne nennt er die «Buffett-Regel», nach dem legendären Investor und Multi-Milliardär Warren Buffett. Dieser hatte gesagt, er sei gerne bereit, mehr an den Fiskus abzuführen. Denn er zahle einen geringeren Steuersatz als seine Sekretärin.

    Romneys Steuerangaben

    Übersicht über das «early voting»

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