40.000
  • Startseite
  • » Nachrichten
  • » Deutschland & Welt
  • » Proteste nach tödlicher Festnahme eines Schwarzen
  • Aus unserem Archiv

    New YorkProteste nach tödlicher Festnahme eines Schwarzen

    Die tödliche Festnahme eines Schwarzen und der neuerliche Verzicht auf eine Anklage gegen den verantwortlichen weißen Polizisten haben in New York Proteste ausgelöst. Tausende Menschen zogen deshalb in der Nacht zum Donnerstag in der Millionenmetropole auf die Straße.

    Protest in New York
    Protest in New York.
    Foto: Michael Nagle - DPA

    Der Bezirksstaatsanwalt von Staten Island, Daniel Donovan, hatte am Mittwoch erklärt, dass eine Geschworenenjury für eine Anklage keinen ausreichenden Grund gefunden habe.

    Menschliche Blockade
    Menschliche Blockade einer Straße in New York.
    Foto: Justin Lane - DPA

    Der 43-jährige Eric Garner war im Juli von Polizisten gestoppt worden, weil er vermutlich illegal mit Zigaretten handelte. Ein Passant hielt auf einem Video fest, wie drei Polizisten Garner zu Boden warfen und in den Schwitzkasten nahmen - eine Behandlung, die New Yorker Polizisten seit 1993 verboten ist. Der Mann konnte kaum noch atmen und stammelte: «Ich krieg keine Luft». Später starb der sechsfache Familienvater, der an Asthma erkrankt war, im Krankenhaus.

    Wut
    Wut: Ein Demonstrant «zeigt» einem Polizisten in New York die Meinung.
    Foto: Justin Lane - DPA

    Die Entscheidung der Geschworenen in New York folgte weniger als zwei Wochen nach einem ähnlichen Fall in der Stadt Ferguson im Bundesstaat Missouri. Dort blieb der weiße Polizist, der den schwarzen unbewaffneten Jugendlichen Michael Brown erschossen hatte, vorerst straffrei. Dies löste in dem Vorort der Stadt St. Louis schwere Unruhen aus. Auch in anderen US-Städten kam es seither mehrfach zu Protesten gegen Diskriminierung und Polizeigewalt.

    Demonstranten in New York
    Demonstranten in New York.
    Foto: John Taggart - DPA

    In der Nacht zum Donnerstag versammelten sich Demonstranten zunächst vor dem Gebäude der New Yorker Bezirksstaatsanwaltschaft. Später zogen sie unter anderem zum Times Square und zum Rockefeller Center, wo gerade in einer TV-Show die Lichter des berühmten Weihnachtsbaums entzündet wurden. Am Bahnhof Grand Central Station und am Kreisel Columbus Circle legten sich Demonstranten aus Protest auf die Straße. Auch in Washington, Philadelphia und Atlanta gingen Menschen auf die Straßen. Zehntausende diskutieren auf Webseiten und in sozialen Netzwerken über den Fall.

    Al Sharpton und Esaw Garner
    «Landesweite Krise»: Bürgerrechtler Al Sharpton (l) hat im Beisein von Eric Garners Witwe Esaw Garner (r) für den 13. Dezember einen nationalen Protestmarsch in Washington angekündigt.
    Foto: John Tagg - DPA

    Überall waren die Bilder gleich: Die Menschen hielten Schilder in die Höhe, auf denen stand: «Ich kriege keine Luft». Demonstranten skandierten: «Keine Gerechtigkeit, kein Frieden» und «Kein Würgegriff! Kein Würgegriff!» Viele beklagen, dass der Fall ein Beispiel für ein strukturelles Rassismus-Problem im Justizsystem sei. Laut Medienberichten blieben die Proteste aber anders als wenige Wochen zuvor im Süden der USA friedlich.

    Grand Central Station
    Protestler haben sich in der Grand Central Station in New York auf den Boden gelegt.
    Foto: Justin Lane - DPA

    Der Polizist, Daniel Pantaleo, bedauerte den Vorfall. Es sei nicht seine Absicht gewesen, jemandem wehzutun. Die Tatsache, dass Garner noch sprechen konnte, habe für ihn den Anschein erweckt, dass er doch Luft bekommt, sagte Pantaleo laut «New York Times».

    «Wir können nicht atmen»
    «Wir können nicht atmen»: Protest in Atlanta.
    Foto: Erik s. Lesser - DPA

    Die Ehefrau des Verstorbenen, Esaw Garner, sagte, sie werde um Gerechtigkeit kämpfen. Eine Entschuldigung von Pantaleo nehme sie nicht an. «Der richtige Zeitpunkt für sein Bedauern wäre gewesen, als mein Ehemann versucht hat zu atmen», sagte sie. «Es könnte mich nichts weniger interessieren als sein Bedauern. Er arbeitet immer noch. Er bekommt immer noch einen Gehaltsscheck. Er kann seine Kinder ernähren. Mein Ehemann liegt unter der Erde - und ich suche jetzt einen Weg, meine Kinder zu ernähren.»

    Deutschland & Welt
    Meistgelesene Artikel
    Ihre Fragen, Hinweise oder Kritik

    Onliner vom Dienst
    Maximilian Eckhardt
    0261/892743
    Kontakt per Mail
    Fragen zum Abo: 0261/98362000

    epaper-startseite
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Anzeige
    Das Wetter in der Region
    Mittwoch

    17°C - 27°C
    Donnerstag

    17°C - 27°C
    Freitag

    14°C - 25°C
    Samstag

    12°C - 21°C

    Das Wetter wird Ihnen präsentiert von:

    UMFRAGE
    Mehrwegsystem als Zukunftsmodell: Würden Sie dafür draufzahlen?

    Wer ein Getränk bei Rhein in Flammen kaufen wollte, musste den Koblenz-Becher oder das Koblenz-Glas dazukaufen. Hintergrund ist ein neues Mehrwegsystem der Koblenz-Touristik. Für zwei Getränke wurden da zum Teil 14 Euro fällig. Würden Sie der Umwelt zuliebe draufzahlen?

    UMFRAGE
    Vergiftete Eier – Was kommt jetzt auf den Tisch?

    Der Skandal um die mit Fipronil vergifteten Eier ist in aller Munde. Hat das Einfluss auf Ihren Speiseplan?

    Anzeige
    Event-Kalender
    Veranstaltungstipps

    Sie haben einen Veranstaltungstipp für uns? Hier geht's zum Formular!