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    Polen will Kaczynski neben Königen begraben

    Warschau (dpa). Polens Präsidentenpaar wird an diesem Wochenende seine letzte Ruhe neben den Königen seines Landes finden.

    Leichenwagen
    Der Leichenwagen mit dem Sarg von Maria Kaczynska auf dem Weg zum Präsidentenpalast.

    Der bei dem Flugzeugabsturz im westrussischen Smolensk ums Leben gekommene Staatschef Lech Kaczynski und seine Frau Maria sollen am Sonntag in Krakau auf der Wawel-Burg beigesetzt werden. Die einstige Residenz polnischer Könige ist auch Grabstätte für fast 20 Monarchen vom 14. bis zum 18. Jahrhundert. Der Staatsakt für alle 96 Opfer des Unglücks von Smolensk ist für Samstagmittag vorgesehen.

    Sarg der Präsidentenfrau
    Die «First Lady» war in Polen unter anderem wegen ihren Engagements für Frauenrechte sehr beliebt.

    Am Dienstag gab es in Warschau einen bewegenden Empfang für die sterblichen Überreste von Maria Kaczynska: Tausende Menschen säumten die Strecke vom Flughafen in die Innenstadt von Warschau, um der beliebten First Lady das letzte Geleit zu geben. Ihr Sarg war am Vormittag aus Russland nach Hause geflogen worden. Ihre Leiche war am Montag am Ehering identifiziert worden. Die 67-Jährige war in Polen unter anderem wegen ihres Engagements für Frauenrechte sehr beliebt.

    Landung in Warschau
    Der in die weiß-rote Nationalflagge gehüllte Sarg von Maria Kaczynska wird auf dem Flughafen Okecie mit militärischen Ehren begrüßt.

    Gegen Mittag traf der Sarg der First Lady unter Glockengeläut in der Kapelle des Präsidentenpalastes ein. Auch dort hatten sich schon Stunden zuvor viele Menschen versammelt, um ihr die letzte Ehre zu erweisen. Nach einer Zeremonie im Familienkreis wurden die Särge des Präsidentenpaares am frühen Nachmittag aufgebahrt, um der Öffentlichkeit Gelegenheit zum Abschied von den Beiden zu geben.

    Angehörige
    Die Tochter des Präsidenten, Marta (l.), wird getröstet.

    Das polnische Parlament gedachte unterdessen auf einer Sondersitzung der Opfer des Flugzeugunglücks. Der Wald in Smolensk sei zum «Ort des polnischen Dramas» geworden, heißt es in der Erklärung beider Parlamentskammern. Dieser Verlust könne gar nicht ersetzt werden. Unter den 96 Todesopfern der Flugzeugkatastrophe befanden sich insgesamt 18 Parlamentarier sowie weitere führende Persönlichkeiten des Landes.

    Kondolenzbuch in Den Haag
    In der polnischen Botschaft in Den Haag liegt ein Kondolenzbuch aus.

    Die Abgeordneten bedankten sich bei den Russen für erwiesene «Anteilnahme und Solidarität». Parlamentspräsident Bronislaw Komorowski bat alle im Parlament vertretenen Parteien, ihm zu helfen, «den Staat durch die schwere Zeit zu führen.» Komorowski hat nach Tod des Präsidenten die Geschäfte des Staatsoberhauptes übernommen.

    Polen trauert um Opfer der Präsidentenmaschine
    Vor dem Präsidentenpalast im Zentrum von Warschau versammelten sich tausende Menschen.

    Außenminister Radoslaw Sikorski sah in der russischen Anteilnahme nach dem Flugzeugunglück eine Chance auf Annäherung zwischen seinem Land und Russland. «Der psychologische, emotionale Durchbruch ist bereits geschehen» sagte Sikorski der polnischen Zeitung «Gazeta Wyborcza» (Dienstag). Das werde Folgen für die Politik haben, meinte der Chef der polnischen Diplomatie.

    Polen trauert
    Eine Frau entzündet vor dem Präsidentenpalast eine Kerze.

    Sikorski führte das große Engagement der russischen Staatsführung für die polnischen Opfer auf die Anwesenheit von Ministerpräsident Wladimir Putin bei den Gedenkfeierlichkeiten in Katyn am 7. April zurück. Damals hatte Russlands Regierungschef erstmals zusammen mit seinem polnischen Kollegen Donald Tusk der 1940 vom sowjetischen Geheimdienst ermordeten polnischen Offiziere gedacht. Putin habe den Schrecken dieses Ortes begriffen und habe verstanden, was das sowjetische Russland den Polen angetan habe, erläuterte Sikorski.

    Polen trauert
    In Polen gilt eine einwöchige Staatstrauer.

    Nach ersten Untersuchungen schlossen die russischen Behörden eine technische Panne als Grund für den Absturz der polnischen Präsidenten-Maschine erneut aus. Die Triebwerke hätten bis zum Aufprall der Tupolew TU-154 einwandfrei gearbeitet, sagte die Leiterin des Internationalen Luftfahrtkomitees in Moskau, Tatjana Anodina. Auch ein Brand oder eine Explosion an Bord würden nach der Auswertung des Flugschreibers und der Untersuchung der Trümmer ausgeschlossen.

    Polnische Tageszeitungen
    Mehrere polnische Zeitungen haben Sonderausgaben gedruckt.

    Russlands Chefermittler Alexander Bastrykin sagte, die Untersuchungen bei Smolensk würden noch mindestens drei Tage dauern. Noch immer finde man in dem abgesperrten weitläufigen Waldstück persönliche Gegenstände der Absturzopfer. Der Pilot sei am vergangenen Samstag mehrfach auf die schlechte Wetterlage hingewiesen worden und habe trotzdem den verhängnisvollen Landeversuch unternommen, betonte Bastrykin.

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