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    Niebel: Enormes Interesse im Irak an Kooperation

    Erbil/Berlin (dpa) - Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) hat deutsche Unternehmen zu verstärkten Investitionen im Irak aufgerufen.

    Dirk Niebel
    Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel (FDP)

    «Das Interesse an einer Kooperation mit Deutschland ist in allen Bereichen, im Bildungsbereich, im Hochschulbereich, in der Wirtschaft und in der wirtschaftlichen Zusammenarbeit, enorm groß», sagte Niebel während einer Irak-Reise der Nachrichtenagentur dpa. «Wir genießen einen enormen Vertrauensvorschuss.» Deutsche Firmen sollten sich ganz in Ruhe anschauen, wo sie Chancen und Möglichkeiten sähen.

    «In manchen Regionen hat man sehr anspruchsvolle Rahmenbedingungen», sagte Niebel. «In anderen sind die wirtschaftlichen Bedingungen schon so gut, dass man auch von dort im ganzen Irak tätig sein kann.» Gute Voraussetzungen herrschten etwa im Nordirak.

    Im Süden des Landes, in der Region um Basra, brächten Hafen und Rohstoffförderung großen Bedarf an Beratung und Technologietransfer. Die Hauptstadt Bagdad sei hinsichtlich der Sicherheit fragil. Aber die Nähe zu politischen Entscheidungsträgern mache es zumindest für den Consulting-Bereich attraktiv, mögliche Projekte zu prüfen.

    «Der Irak hat zwar die klassischen Probleme von Entwicklungsländern, ist aber selbst kein Entwicklungsland», sagte Niebel. Es bedürfe aber der Kooperation, die Potenziale zu heben. Die Expertise aus Deutschland werde dabei sehr geschätzt. «Wir haben sehr fruchtvolle Gespräche gehabt.»

    Letztlich helfe das Engagement, Terroristen den Nährboden zu entziehen. Angesichts des anstehenden Abzugs der letzten US-Soldaten zeigte sich Niebel gelassen. Wahl und Regierungsbildung seien durchaus erfolgreich verlaufen. Abseits der Gewalttaten gebe es reichlich Phasen mit normalem Leben.

    «Wir helfen hier bei den ersten Gehversuchen», sagte Niebel. So beteilige sich die KfW Entwicklungsbank mit drei Millionen Euro im Wasser- und Abwasserbereich im Norden des Landes, die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) mit bis zu vier Millionen in der Berufsbildung, der Stärkung der Privatwirtschaft und der Beratung von Regierungsstellen.

    Hinsichtlich der dramatischen Ereignisse in Ägypten sagte Niebel, Iraks Staatspräsident Dschalal Talabani habe ihm gesagt, dass die Entwicklung sein Land nicht wesentlich beeinflusse. Der Irak habe bewiesen, dass er eine Demokratie sei. Niebel berichtete, im Nordirak sei das Interesse an der ägyptischen Revolte angesichts mangelnder ökonomischer Perspektiven vieler junger Leute intensiver.

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