40.000
  • Startseite
  • » Nachrichten
  • » Deutschland & Welt
  • » Nach Angriff auf Kliniken in Syrien wächst Kritik an Moskau
  • Aus unserem Archiv

    DamaskusNach Angriff auf Kliniken in Syrien wächst Kritik an Moskau

    Nach Luftangriffen auf Krankenhäuser und Schulen im Norden Syriens wächst international die Kritik an Russland und dem syrischen Regime. Das türkische Außenministerium erklärte, die Angriffe auf zivile Ziele seien «nach internationalem Recht ein klares Kriegsverbrechen».

    Zerstörtes Krankenhaus
    Bei einem Luftangriff im Nordwesten Syriens ist ein von Ärzte ohne Grenzen (MSF) unterstütztes Krankenhaus nach Angaben der Hilfsorganisation zerstört worden.
    Foto: Ärzte ohne Grenzen - dpa

    Frankreichs Außenminister Jean-Marc Ayrault verurteilte die Bombardierung von Kliniken scharf. «Die Angriffe des Regimes oder seiner Unterstützer auf Gesundheitseinrichtungen in Syrien sind inakzeptabel und müssen sofort aufhören», sagte er. Moskau wies die Anschuldigungen zurück.

    Syriens Präsident Assad
    Nach der Münchner Vereinbarung sollte die Gewaltspirale in Syrien eigentlich in eine Kampfpause übergehen. Doch das Regime in Damaskus hält das nicht für umsetzbar.
    Foto: Sana Handout/Archiv - dpa

    UN-Sondervermittler Staffan de Mistura bemühte sich bei einem Besuch in Damaskus, die ausgesetzten Friedensgespräche in Genf wie geplant bis Ende des Monates wieder in Gang zu bringen. Bei einem Treffen mit dem syrischen Außenminister Walid al-Muallim warb er für eine Waffenruhe und Hilfslieferungen, auf die sich die beteiligten internationalen Mächte bei einem Treffen in München geeinigt hatten. Al-Muallim erklärte, seine Regierung sei weiterhin zu einem syrisch-syrischen Dialog ohne Vorbedingungen bereit.

    Douma in Trümmern
    Einwohner der syrischen Stadt Douma suchen nach einem Luftangriff nach Hinterlassenschaften.
    Foto: Mohammed Badra/Symbolbild - dpa

    Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) rief Russland und die Türkei zur Einhaltung der Münchner Friedensvereinbarung auf. Die jüngsten Angriffe auf Krankenhäuser und Schulen bezeichnete er als neuen «traurigen Tiefpunkt» des Konflikts.

    Syrische Armee
    Syrische Panzer in der Region Latakia: Ob eine Waffenruhe wirklich kommt, ist noch ungewiss.
    Foto: Sana/Archiv - dpa

    Angriffe auf mindestens fünf Krankenhäuser und zwei Schulen in den nördlichen Provinzen Aleppo und Idlib hatten die Spannungen am Montag verschärft. Dabei kamen nach UN-Angaben fast 50 Menschen ums Leben.

    Zerstörung in Syrien
    Westliche Länder werfen Russland vor, mit Bombardements in Syrien Zivilisten zu treffen.
    Foto: Mohammed Badra/Archiv - dpa

    Der Sprecher des UN-Hochkommissariat für Menschenrechte, Rupert Colville, erklärte, es gebe klare Hinweise darauf, dass die Kliniken nicht versehentlich angegriffen worden seien. Allein das Ausmaß der Angriffe zeige, dass es sich um eine Kriegstaktik handeln könne.

    Russischer Bomber
    Eine russische Su-25 über Syrien.
    Foto: Russisches Verteidigungsministerium/Archiv - dpa

    Von der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) veröffentlichte Bilder einer Klinik in Maret al-Numan zeigten das Ausmaß der Zerstörung. MSF sprach von einem anscheinend «gezielten Angriff» auf die Klinik.

    Russischer Kampfjet
    Ein russischer Kampfjet startet vom Luftwaffenstützpunkt Hmeymim bei Latakia in Syrien.
    Foto: Russisches Verteidigungsministerium/Archiv - dpa

    Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte ging davon aus, dass Moskaus Luftwaffe für die Angriffe verantwortlich ist. «Es waren russische Flugzeuge, die das Krankenhaus in Maret al-Numan und ein weiteres nahe der Grenze getroffen hat», sagte der Leiter der Menschenrechtsbeobachter, Rami Abdel Rahman. Augenzeugen hätten die Jets gesehen. Die Menschenrechtsbeobachter sitzen in England, stützen sich bei ihren Angaben jedoch auf ein Netz von Aktivisten vor Ort.

    Demonstration gegen Assad
    "Stoppt das Töten in Syrien!" Demonrtanten protestieren in Genf gegen das Assad-Regime.
    Foto: Martial Trezzini/Archiv - dpa

    Der Vorsitzende von MSF in Frankreich, Mego Terzian, sagte der Zeitung «Le Monde», die beschossenen Zonen in der Provinz Idlib würden von der Opposition kontrolliert. «Es wäre unlogisch, dass sie ein Krankenhaus bombardieren, das ihre Bevölkerung versorgen soll. Die vier Raketen sind klar von der Koalition abgeschossen worden, die von der Regierung von Damaskus geführt wird.»

    Russischer Angriff
    Russischer Angriff in der syrischen Provinz Rakka.
    Foto: Russisches Verteidigungsministerium/Archiv - dpa

    Russland wies hingegen sämtliche Anschuldigungen zurück, für den Angriff auf die MSF-Klinik verantwortlich zu sein. Solche Vorwürfe seien nicht hinnehmbar, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Er verwies auf die Erklärung des syrischen Botschafters in Russland, Riad Haddad, der das US-Militär für den Angriff auf das Krankenhaus verantwortlich gemacht hatte. Die Militäraufklärung habe ergeben, dass die russische Luftwaffe damit nichts zu tun habe, sagte Haddad.

    Luftangriffe
    Laut der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte hat Russland seine Luftangriffe im Norden Syrens verstärkt.
    Foto: Russian Defence Ministry/Symbolbild/Archiv - dpa

    Syriens Präsident Baschar al-Assad dämpfte in einer am Montagabend veröffentlichten Rede die Hoffnungen auf eine schnelle Waffenruhe. «Jetzt sagen sie, dass sie eine Feuerpause innerhalb von einer Woche wollen», erklärte er nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Sana. «Gut, aber wer kann alle diese (gestellten) Bedingungen und Anforderungen in einer Woche zusammenfügen? Niemand.» Dem Westen und seinen Verbündeten warf er vor, den Terrorismus in Syrien zu fördern.

    Bombenabwurf über Syrien
    Bombenabwurf über Syrien.
    Foto: Russisches Verteidigungsministerium/Archiv - dpa

    Ungeachtet internationaler Appelle setzte die Türkei ihre Angriffe auf Stellungen der kurdischen Milizen in Nordsyrien fort. Die Syrische Beobachtungsstelle meldete, bei Artilleriebeschuss seien in der Nacht zum Dienstag mindestens drei YPG-Kämpfer getötet worden.

    Bei der YPG handelt es sich um den bewaffneten syrischen Ableger der verbotenen Arbeiterpartei PKK, die von der Türkei bekämpft wird. Die YPG hatte am Montagabend zusammen mit Verbündeten nahe der Grenze die bislang von Rebellen gehaltene Stadt Tel Rifaat eingenommen. Am Dienstag rückten die Kurden und ihre arabischen Verbündeten weiter auf die Stadt Marea vor, die bislang von Rebellen gehalten wird.

    Die Türkei zeigte sich zum Einsatz von Bodentruppen in Syrien bereit, allerdings nur zusammen mit internationalen Verbündeten. «Ohne eine Bodenoperation können die Kämpfe in Syrien nicht beendet werden», sagte ein Regierungsmitarbeiter, der nicht namentlich genannt werden wollte, vor Journalisten in Istanbul. Ein Einsatz nur mit dem Verbündeten Saudi-Arabien schloss er jedoch aus. Die USA und andere westliche Staaten haben Bodentruppen in Syrien jedoch ausgeschlossen.

    Erklärung Ayrault

    Deutschland & Welt
    Meistgelesene Artikel
    Ihre Fragen, Hinweise oder Kritik

    Onliner vom Dienst
    Maximilian Eckhardt
    0261/892743
    Kontakt per Mail
    Fragen zum Abo: 0261/98362000

    epaper-startseite
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Anzeige
    • Lokalticker
    • Regionalsport
    • Newsticker
    Das Wetter in der Region
    Mittwoch

    17°C - 27°C
    Donnerstag

    17°C - 27°C
    Freitag

    14°C - 25°C
    Samstag

    12°C - 21°C

    Das Wetter wird Ihnen präsentiert von:

    UMFRAGE
    Mehrwegsystem als Zukunftsmodell: Würden Sie dafür draufzahlen?

    Wer ein Getränk bei Rhein in Flammen kaufen wollte, musste den Koblenz-Becher oder das Koblenz-Glas dazukaufen. Hintergrund ist ein neues Mehrwegsystem der Koblenz-Touristik. Für zwei Getränke wurden da zum Teil 14 Euro fällig. Würden Sie der Umwelt zuliebe draufzahlen?

    UMFRAGE
    Vergiftete Eier – Was kommt jetzt auf den Tisch?

    Der Skandal um die mit Fipronil vergifteten Eier ist in aller Munde. Hat das Einfluss auf Ihren Speiseplan?

    Anzeige
    Event-Kalender
    Veranstaltungstipps

    Sie haben einen Veranstaltungstipp für uns? Hier geht's zum Formular!