40.000
  • Startseite
  • » Nachrichten
  • » Deutschland & Welt
  • » Mehr Geld und mehr Betreuung für Millionen Pflegebedürftige
  • Aus unserem Archiv

    BerlinMehr Geld und mehr Betreuung für Millionen Pflegebedürftige

    Mit höheren Geldbeträgen und mehr Betreuung will die Bundesregierung die Situation von Pflegebedürftigen, ihren Angehörigen und Pflegern spürbar verbessern. Das Bundeskabinett beschloss dazu den Entwurf für ein Pflegestärkungsgesetz.

    Notknopf am Handgelenk
    Überlastete Angehörige, zu wenig Zeit im Pflegeheim, Mangel an Fachkräften - die Probleme in der Altenpflege in Deutschland sind groß.
    Foto: Britta Pedersen - DPA

    Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) sprach von einem Kraftakt. Der Pflegebeitragssatz von 2,05 Prozent (Kinderlose: 2,3 Prozent) soll kommendes Jahr um 0,3 und binnen weniger Jahre nochmals um 0,2 Punkte steigen. Insgesamt sollen so rund sechs Milliarden Euro pro Jahr mehr in die Pflegekassen fließen. Nun werden die Pläne im Bundestag beraten.

    Alle Leistungsbeträge sollen um 4 Prozent steigen - in Pflegestufe 1 beispielsweise von 450 auf 468 Euro (ambulant) oder 1023 auf 1064 Euro (stationär). Einschränkungen beim Anspruch auf Kurzzeit-, Verhinderungs- sowie Tages- und Nachtpflege sollen abgebaut werden.

    Für zusätzliche Betreuungsleistungen etwa für Hilfe im Haushalt sollen künftig alle Pflegebedürftigen mindestens 104 Euro pro Monat erhalten. In Heimen soll die Zahl nachqualifizierter Betreuungskräfte von bisher 25 000 auf bis zu 45 000 steigen.

    Der Zuschuss zu Umbauten etwa für barrierefreie Badezimmer steigt von 2557 auf bis zu 4000 Euro. Wer Pflege eines Angehörigen organisieren muss, kann für zehn Tage Lohnersatz bekommen.

    Mehr als eine Milliarde Euro pro Jahr soll in einen Vorsorgefonds für in 20 Jahren steigenden Pflegebedarf fließen. Die SPD lehnt den Fonds aber weiter ab. Ihre gesundheitspolitische Fraktionssprecherin Hilde Mattheis sagte: «Geld, das so angelegt wird, hat einen hohen Realwertverlust.» Gröhe beharrte auf Einführung des Spartopfs: «Das war vereinbart, das setzen wir um, das ist sinnvoll.»

    In einem zweiten Schritt soll 2017 ein neuer Pflegebegriff eingeführt werden, so dass auch Demenzkranke systematisch als bedürftig eingestuft und in die Versicherung aufgenommen werden. Nach jahrelangen Vorarbeiten wäre dies die grundlegendste Änderung des vor 20 Jahren gegründeten jüngsten Zweigs der Sozialversicherungen. Gröhe trat Zweiflern an einer Umsetzung entgegen: «Wir geben da richtig Gas.»

    Den Sozialverbänden kommt dieser für sie entscheidende Schritt zu langsam. «Die Bundesregierung lässt die Gretchenfrage der geplanten Reform offen», meinte deshalb der Präsident des Sozialverbands Deutschland, Adolf Bauer. Ulrike Mascher, Präsidentin des Verbands VdK, meinte, das Projekt gehe viel zu zögerlich voran. «Wir messen die Regierung daran, ob ihr diesmal die Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs gelingt», sagte AOK-Chef Jürgen Graalmann.

    Koalitionsvertrag, Pflege S. 83-87

    Zahlen zur Pflegeversicherung

    Beiratsbericht Pflegebedürftigkeit 2013

    Prognose Demenzkranke

    Leistungen Pflegeversicherung 2014

    Petition für Einführung eines neuen Pflegebegriffs

    Pflegestufen heute

    Berechnungen Rothgang zu Pflegebedarf und Pflegelücke

    dpa-Reportage über die Pflege in Deutschland heute

    Mitteilung zum Kabinettsbeschluss mit Link zum Entwurf

    Leistungen ab 2015 im Überblick

    Deutschland & Welt
    Meistgelesene Artikel
    Ihre Fragen, Hinweise oder Kritik

    Onliner vom Dienst
    Maximilian Eckhardt
    0261/892743
    Kontakt per Mail
    Fragen zum Abo: 0261/98362000

    epaper-startseite
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Anzeige
    Das Wetter in der Region
    Mittwoch

    17°C - 27°C
    Donnerstag

    17°C - 27°C
    Freitag

    14°C - 25°C
    Samstag

    12°C - 21°C

    Das Wetter wird Ihnen präsentiert von:

    UMFRAGE
    Mehrwegsystem als Zukunftsmodell: Würden Sie dafür draufzahlen?

    Wer ein Getränk bei Rhein in Flammen kaufen wollte, musste den Koblenz-Becher oder das Koblenz-Glas dazukaufen. Hintergrund ist ein neues Mehrwegsystem der Koblenz-Touristik. Für zwei Getränke wurden da zum Teil 14 Euro fällig. Würden Sie der Umwelt zuliebe draufzahlen?

    UMFRAGE
    Vergiftete Eier – Was kommt jetzt auf den Tisch?

    Der Skandal um die mit Fipronil vergifteten Eier ist in aller Munde. Hat das Einfluss auf Ihren Speiseplan?

    Anzeige
    Event-Kalender
    Veranstaltungstipps

    Sie haben einen Veranstaltungstipp für uns? Hier geht's zum Formular!