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    KarlsruheMehr als 500 Hinweise auf Neonazi-Terroristen

    Eine gute Woche nach dem öffentlichen Fahndungsaufruf wegen der Mordserie von Neonazis hat sich die Zahl der Hinweise aus der Bevölkerung mehr als verdoppelt. Bislang seien 508 Hinweise eingegangen, sagte ein Sprecher der Bundesanwaltschaft.

    Neonazi-Waffen
    Beschlagnahmte Waffen rechtsextremer Organisationen in Bremen: Neonazis aus Westdeutschland sollen der Zwickauer Zelle geholfen haben.
    Foto: Carmen Jaspersen - DPA

    Die Auswertung der Hinweise läuft noch: «Wir wissen inhaltlich noch nicht, was alles dabei ist», hieß es am Freitag aus dem Bundeskriminalamt.

    BKA-Chef Jörg Ziercke hatte vergangene Woche um die Mithilfe der Öffentlichkeit gebeten, um die Aktivitäten der Zwickauer Terrorzelle «Nationalsozialistischer Untergrund» (NSU) aufzuklären. Bis dahin hatten die Ermittler knapp 250 Hinweise bekommen, was Ziercke als wenig bewertete. Eine Sprecherin des BKA wollte den bisherigen Verlauf der Öffentlichkeitsfahndung nicht bewerten. «Wir wünschen uns, dass die Bevölkerung weiterhin mitarbeitet und Hinweise gibt.»

    Nach einem Bericht der «Süddeutschen Zeitung» soll sich auch ein möglicher Unterstützer der drei im Jahr 1998 untergetauchten mutmaßlichen NSU-Mitglieder bei den Ermittlern gemeldet haben. Er habe im Jahr 2001 beim Ausspähen möglicher Anschlagsopfer mitgeholfen. Nach Angaben des Zeugen sollen die mutmaßlichen Rechtsterroristen Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe in der rechtsradikalen Szene in Westdeutschland weithin bekannt gewesen sein. Neonazis aus dem Westen hätten beim Auskundschaften der Tatorte mitgeholfen, soll der Zeuge dem Zeitungsbericht zufolge gesagt haben.

    Die Bundesanwaltschaft wollte sich am Freitag nicht zu Details der Ermittlungen äußern. «Wir durchleuchten intensiv das Umfeld und mögliche Kontakte in rechtsextremistische Kreise», sagte ein Sprecher der Behörde. «Wir gehen dabei von innen nach außen.» Bislang hätten die Ermittler etwa zehn Personen näher im Blick. «Eine abschließende Bewertung, wie groß der Kreis möglicher Unterstützer ist, wäre verfrüht.»

    Nach den derzeitigen Erkenntnissen der Ermittler sind die drei Mitglieder des NSU für die Morde an insgesamt neun Geschäftsinhabern türkischer und griechischer Herkunft verantwortlich. Außerdem sollen sie 2007 in Heilbronn eine 22-jährige Polizistin erschossen und ihren Kollegen lebensgefährlich verletzt haben. Auch zwei Bombenanschläge 2001 und 2004 sollen auf ihr Konto gehen.

    BKA zur Fahndung wegen mutmaßlichen Taten des NSU

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