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    Islamist Sven Lau soll sechseinhalb Jahre hinter Gitter

    Geht es nach dem Willen der Bundesanwaltschaft, muss die salafistische Szene in Deutschland auf ihren Prediger Sven Lau eine Weile verzichten. Er soll als Terrorhelfer für sechseinhalb Jahre hinter Gitter. Ein Terrorist sei er aber nicht.

    Sven Lau
    Der angeklagte Salafistenprediger Sven Lau sitzt seit 20 Monaten in Untersuchungshaft. Ihm wird vorgeworfen, die islamistische Terrormiliz Jamwa unterstützt zu haben, die eng mit dem sogenannten Islam
    Foto: dpa

    Düsseldorf (dpa). Islamistenführer Sven Lau soll als Terrorhelfer zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt werden. Das hat die Bundesanwaltschaft gefordert. Die Vorwürfe gegen Lau hätten sich „eindrucksvoll bestätigt“, sagte ein Vertreter der Anklage in seinem Plädoyer am Düsseldorfer Oberlandesgericht.

    Lau sitzt seit 20 Monaten in Untersuchungshaft. Ihm wird vorgeworfen, die islamistische Terrormiliz Jamwa unterstützt zu haben, die eng mit dem sogenannten Islamischen Staat kooperiert habe.

    Sein Verteidiger Mutlu Günal beantragte, Lau freizusprechen. „Wir haben nichts feststellen können, worauf man eine Verurteilung von Herrn Lau stützen könnte.“ Es spreche Einiges dafür, „dass der Generalbundesanwalt einen Rachefeldzug gegen Herrn Lau führt“. Lau sei von einem verurteilten Terroristen und notorischen Lügner belastet worden, der sich davon offenbar verspreche, früher aus dem Gefängnis freizukommen.

    „Der Angeklagte ist ein Überzeugungstäter“, sagten dagegen die Ankläger. „Er hat den Dschihad von Deutschland aus unter dem Deckmantel humanitärer Hilfe unterstützt.“ So habe er den Dschihadisten in Syrien zwei Islamisten als Kämpfer vermittelt, außerdem drei Nachtsichtgeräte und 250 Euro beschafft. Ein Jamwa-Mitglied, also Terrorist, sei Lau aber wohl nicht.

    Lau habe - unterstützt von Pierre Vogel - jahrelang ein salafistisches Netzwerk aufgebaut und beherrscht. Seine wahre Gesinnung zeige sich in abgehörten Sätzen wie diesem: „Diese Drecksschiiten müssen langsam geköpft werden.“

    Ein Video der Dschihadisten habe Lau alias „Abu Adam“ beim Lauftraining gezeigt, ein Sprecher habe dazu gesagt: „Powertraining für den Dschihad.“ Lau selbst habe dann auf arabisch gesagt: „Gelobt sei Allah für den Tag des Dschihads.“

    Lau habe die drei Nachtsichtgeräte im Wert von 1500 Euro an die Adresse seiner Schwiegermutter schicken lassen. Die Zahlung habe er über einen Dritten abgewickelt. Es sei davon auszugehen, dass er die Nachtsichtgeräte bei einer seiner Reisen nach Syrien selbst übergeben habe.

    Verteidiger Günal sagte, einer der Rekruten habe eingeräumt, sich von den 250 Euro Süßigkeiten gekauft zu haben. Worin soll dabei die Terrorhilfe bestehen? Bei den Nachtsichtgeräten habe die Anklage nicht einmal nachweisen können, dass sie tatsächlich an Laus Schwiegermutter in Düsseldorf geliefert worden seien, geschweige denn in Syrien ankamen.

    Der Prozess gegen den ehemaligen Feuerwehrmann aus Mönchengladbach hatte im September vergangenen Jahres begonnen. Die Tatvorwürfe reichen ins Jahr 2013 zurück.

    Lau selbst hatte betont, er habe niemandem geholfen, sich in Syrien den Terrormilizen anzuschließen: „Die Leute, die überzeugt sind, krieg' ich nicht abgehalten.“ Der 36-Jährige gilt auch als Initiator der „Scharia-Polizei“ in Wuppertal.

    In dem Verfahren war unter anderem auch Wegbegleiter Pierre Vogel als Zeuge gehört worden. Vogel und Lau gehören zu den bekanntesten Gesichtern des radikalen Islams in Deutschland. Der Prozess wird am 24. Mai fortgesetzt - eventuell wird dann das Urteil verkündet.

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