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    BerlinGedenken an Befreiung von KZ-Häftlingen

    An den früheren Konzentrationslagern Bergen- Belsen, Ravensbrück und Sachsenhausen haben am Sonntag hunderte Überlebende ihrer Befreiung vor 65 Jahren gedacht.

    Bergen-Belsen
    Steine liegen zum Gedenken an Verstorbene auf Grabsteinen auf dem Gelände der Gedenkstätte Bergen-Belsen.

    «Das Lager war die Hölle auf Erden, ein Ort der Hoffnungslosigkeit», sagte Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) in Bergen-Belsen bei Celle (Niedersachsen). «Bergen-Belsen ist ein Ort deutscher Schuld, aber es hat lange gedauert, bis das Land sich die Schuld eingestanden hat.»

    Deutschland werde nun aber alles tun, um die Erinnerung stets wachzuhalten, betonte Neumann. «Wir müssen heute und in Zukunft jeder Form von Ausgrenzung entgegentreten», sagte Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) bei der Veranstaltung.

    Bei der Ravensbrück-Gedenkveranstaltung in Fürstenberg (Brandenburg) sagte Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) zu rund hundert angereisten Überlebenden aus Europa und den USA: «Ihre Leidensgeschichte bleibt uns ewige Mahnung.» Wer das Leid erfassen wolle, gerate an die Grenzen menschlicher Vorstellungskraft. Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) betonte: «Das Eintreten für ein solidarisches Miteinander darf nie in Frage gestellt werden.»

    Die grausame Vergangenheit sei Teil deutscher Geschichte und Identität, sagte Schavan. Daraus erwachse eine «immerwährende Verantwortung». Die Gesellschaft müsse wachsam sein - gerade auch mit Blick auf begangene Anschläge auf Synagogen. «Solange dürfen wir die Hände nicht in den Schoß legen.» Die Beendigung des Nazi-Terrors durch die Alliierten im April vor 65 Jahren sei ein Neubeginn für die Überlebenden, Deutschland und Europa gewesen.

    Die Präsidentin des Internationalen Ravensbrück-Komitees, Annette Chalut, betonte, Erinnern und Gedenken müssten auch nach dem Tod der Zeitzeugen erhalten bleiben. Sie appellierte, dass künftig in Ravensbrück auch an das Männerlager erinnert und das sogenannte Jugendschutzlager Uckermark in unmittelbarer Nähe bewahrt werden müsse. Platzeck versicherte, dass dafür eine «angemessene Lösung» gefunden werde. Schavan, die Kanzlerin Angela Merkel (CDU) vertrat, betonte mit Blick auf ganz Deutschland: «Der Erhalt der Gedenkstätten ist Pflicht.»

    Am 30. April 1945 befreite die Rote Armee etwa 3000 im Lager Ravensbrück zurückgelassene Häftlinge. Der Großteil der Gefangenen war zuvor von der SS auf Todesmärsche getrieben worden. Von 1939 bis 1945 waren in dem Konzentrationslager rund 152 000 Frauen, Kinder und Männer eingesperrt.

    Für den Präsidenten des Internationalen Sachsenhausen Komitees, Roger Bordage, ist es besorgniserregend, dass die Zeitzeugen der Verbrechen des Nationalsozialismus «allmählich verschwinden». Die «Arbeit der Erinnerung und des Gedenkens» müsse unbedingt fortgesetzt werden. Die KZ-Gedenkstätten hätten in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle für die Aufklärung und «staatsbürgerliche Erziehung».

    Auch Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) mahnte in Sachsenhausen (Brandenburg), die Erinnerung an die Grauen des Nationalsozialismus wachzuhalten. «Diese Vermittlungsleistung geschieht nicht von selbst.» Vielmehr bedürfe es des stetigen Engagements von Eltern, Lehrern, Autoren, Politikern und Dokumentationszentren wie KZ-Gedenkstätten.

    Auch im Konzentrationslager Sachsenhausen wurden Zehntausende Häftlinge von den Nationalsozialisten ermordet. Etwa 3000 im Lager zurückgebliebene Kranke, Ärzte und Pfleger wurden am 22. und 23. April 1945 von sowjetischen und polnischen Soldaten befreit.

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