40.000
  • Startseite
  • » Nachrichten
  • » Deutschland & Welt
  • » Frauen missbraucht: Bamberger Ex-Chefarzt verurteilt
  • Mehr als sieben Jahre Haft

    Frauen missbraucht: Bamberger Ex-Chefarzt verurteilt

    Wegen schwerer Vergewaltigung mehrerer Frauen ist ein früherer Chefarzt aus Bamberg schuldig gesprochen worden. Er hatte gehofft, nach der Untersuchungshaft freizukommen. Daraus wird nun nichts.

    Prozess gegen ehemaligen Bamberger Chefarzt
    Der angeklagte ehemalige Chefarzt im Gerichtssaal des Oberlandesgerichtes in Bamberg. Dem Mann wird vorgeworfen, sich unter dem Vorwand einer medizinischen Studie an jungen Frauen vergangen zu haben.
    Foto: dpa

    Bamberg (dpa). Ein ehemaliger Chefarzt des Klinikums Bamberg ist wegen schwerer Vergewaltigung und weiterer Vergehen zu sieben Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden.

    Das Landgericht Bamberg sah es als erwiesen an, dass der 51-Jährige zwölf Frauen - darunter auch Patientinnen - betäubt und damit willenlos gemacht hatte. Eine sexuelle Motivation liege auf der Hand, sagte der Vorsitzende Richter Manfred Schmidt am Montag.

    Der Angeklagte stand seit April 2015 vor Gericht. Ihm war vorgeworfen worden, zwischen 2008 und 2014 zwölf Frauen im Bamberger Klinikum missbraucht und einige mit Gegenständen oder einem Finger vergewaltigt zu haben. Zudem soll er die Patentochter seiner Frau heimlich gefilmt haben. Der frühere Chefarzt hatte zugegeben, die Bilder und Videos gemacht zu haben, ein sexuelles Motiv aber bestritten: Er habe neue Behandlungsmethoden gegen Beckenvenenthrombosen erproben wollen.

    Verurteilt wurde er wegen schwerer Vergewaltigung in sechs Fällen und schwerer sexueller Nötigung in fünf Fällen, zudem wegen schweren sexuellen Missbrauchs, gefährlicher Körperverletzung und Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs in mehreren Fällen.

    Die Anwälte des Angeklagten hatten teils eine Bewährungsstrafe, teils Freispruch von fast allen Vorwürfen gefordert. Die Staatsanwaltschaft wollte die Höchststrafe, also 15 Jahre Haft, erreichen, zudem ein lebenslanges Berufsverbot. Stattdessen verhängte das Gericht ein fünfjähriges Berufsverbot.

    Der Angeklagte unterbrach den Richter während der Urteilsbegründung, die öffentlich verlesen wurde, mehrmals. Die medizinische Indikation werde völlig außer Acht gelassen, rief der 51-Jährige. Daraufhin forderte der Staatsanwalt eine Geldstrafe, der Richter ermahnte den Mann jedoch lediglich. «Wir haben Sie lange reden lassen», sagte Schmidt. «Sie werden sich jetzt beherrschen können.»

    Noch vor der Urteilsverkündung hatte es eine Verzögerung gegeben. Die Verteidiger des Angeklagten hatten einen neuen Beweisantrag gestellt, und der Angeklagte hatte eine Erklärung abgegeben. Darin wiederholte er, was er mehrmals während des Prozesses beteuert hatte: dass er sich als Opfer «völlig absurder Vorwürfe» sehe.

    Ihre Fragen, Hinweise oder Kritik

    Onliner vom Dienst

    Marius Reichert

    Mail | 0261/892 267

    Abo: 0261/98362000

    epaper-startseite
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    • Lokalticker
    • Regionalsport
    • Newsticker
    Das Wetter in der Region
    Samstag

    4°C - 8°C
    Sonntag

    6°C - 9°C
    Montag

    4°C - 8°C
    Dienstag

    5°C - 7°C

    Das Wetter wird Ihnen präsentiert von:

    Anzeige
    UMFRAGE
    Thema
    Rock am Ring geht zurück

    Das Rockfestival findet 2017 nicht mehr in Mendig, sondern wieder am Nürburgring statt. Was sagen Sie zu diesen Neuigkeiten?

    Rhein-Zeitung bei Facebook
    Rhein-Zeitung bei Twitter
    Anzeige
    Event-Kalender
    Veranstaltungstipps

    Sie haben einen Veranstaltungstipp für uns? Hier geht's zum Formular!