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    Flüchtlings-Unterkünfte in Flammen: kein Ende der Anschläge

    Wertheim/Berlin (dpa) - Die Brandanschläge auf Flüchtlingsunterkünfte reißen nicht ab. Erneut hat es am vergangenen Wochenende in zwei geplanten Heimen gebrannt. Im baden-württembergischen Wertheim zündeten Unbekannte in der Nacht nach Angaben von Polizei und Stadtverwaltung eine geplante Notunterkunft an.

    Ausgebrannte Flüchtlingsunterkunf in Baden-Württemberg
    Nach dem Brandanschlag ist das Gebäude einsturzgefährdet und nicht mehr nutzbar.
    Foto: Rene Engmann - dpa

    Knapp 400 Flüchtlinge hätten in der Halle untergebracht werden sollen - sie ist nun einsturzgefährdet. Zwei Bewohner eines benachbarten Altenheims kamen mit Verdacht auf Rauchgas-Vergiftung in eine Klinik.

    Brandanschlag in Wertheim
    Die Feuerwehr konnte die geplante Notunterkunft für Flüchtlinge nicht mehr retten. Das Gebäude ist einsturzgefährdet.
    Foto: Rene Engmann - dpa

    Auch in Mecklenburg-Vorpommern ging eine geplante Unterkunft in Flammen auf: Ein Mehrfamilienhaus bei Laage, in das Flüchtlinge einziehen sollten, wurde am Sonntag in Brand gesetzt. Ob das derzeit unbewohnte Haus weiterhin als Flüchtlingsunterkunft genutzt werden kann, sei derzeit noch unklar, teilte die Polizei am Sonntag mit. Zuletzt hatte es in Deutschland immer wieder Anschläge gegen bestehende oder geplante Flüchtlingsunterkünfte gegeben.

    Flüchtlinge in Wertheim
    Flüchtlinge in Wertheim: 600 Migranten kamen in einem Ortsteil mit 900 Einwohnern unter.
    Foto: Karl-Josef Hildenbrand - dpa

    In Wertheim sind bereits 600 Flüchtlinge in einer anderen Unterkunft untergebracht. Oberbürgermeister Stefan Mikulicz (CDU) hatte vor der Belegung einer zweiten Unterkunft gewarnt, weil die Helfer am Ende ihrer Kräfte seien. Vorerst sollen nun keine weiteren Schutzsuchenden in die Kleinstadt gebracht werden, sagte ein Vertreter der Landesregierung.

    Belagerung
    Belagerung: Die rechten Proteste gegem Flüchtlinge in Bischofswerda gehen weiter.
    Foto: Rico Löb - dpa

    Im baden-württembergischen Riedel brannten zwei Mülltonnen bei einem Flüchtlingsheim. In der Unterkunft waren 47 Flüchtlinge aus Syrien untergebracht, nach Polizeiangaben bestand für sie keine Gefahr. Außerdem wurden die Außenwände des Hauses mit umgekehrten Hakenkreuzen und rechten Parolen beschmiert.

    Bischofswerda
    Aggressive Stimmung: In Bischofswerda ist die Polizei nachts im Dauereinsatz.
    Foto: Rico Löb - dpa

    Doch die Gewalt richtet sich nicht nur gegen die Flüchtlinge selbst, sondern auch gegen Helfer. Im brandenburgischen Neuhardenberg sind zwei Autos von Unterstützern einer Flüchtlingsinitiative angezündet worden und ausgebrannt. Das Brandenburger Innenministerium bestätigte, dass es sich um Brandstiftung handele. Die Polizei ermittele in alle Richtungen, aber ein politischer Hintergrund liege nahe, sagte ein Ministeriumssprecher am Sonntag.

    "Es reicht!"
    "Es reicht!": Rechte demonstrieren in Bischofswerda gegen Flüchtlinge.
    Foto: Rico Löb - dpa

    In Sachsen kam es nach Heidenau, Freital und Dresden wieder zu rechtsgerichteten Krawallen vor einem Flüchtlingsheim. In den Nächten zu Freitag und Samstag hatten rechte Pöbler vor der Notunterkunft demonstriert, so dass Busse mit Asylbewerbern nur unter Polizeischutz auf das Gelände kamen, wie die Polizei mitteilte. Bis zu 100 teils betrunkene Rechte und Gaffer hatten die Zufahrt belagert, ausländerfeindliche Parolen skandiert und eine Flasche gegen einen Flüchtlingsbus geworfen.

    Pöbeleien gegen Flüchtlinge
    Polizisten und Demonstranten in Bischofswerda.
    Foto: Rico Loeb - dpa

    Die Polizei bildete am Samstag einen Kontrollbereich um die Erstaufnahmeeinrichtung. Obwohl auch am Samstagabend wieder rechte Pöbler vor dem Heim aufzogen, blieb es dank der starken Polizeipräsenz ruhig.

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