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  • Bundestag lacht und stöhnt über Mail-Panne bei Grüner Abgeordneter

    Berlin/Rheinbreitbach - Eine Mail-Panne legt die Arbeit in vielen Büros rund um den Bundestag lahm: Im Büro einer grünen Bundestagsabgeordneten hat eine Mitarbeiterin "Auf alle Antworten" bei einer Mail geantwortet, die mehrere tausend Adressaten im Verteiler hat. Als Gewinner fühlt sich ein Verlag in Rheinbreitbach im Kreis Neuwied.

    Berlin/Rheinbreitbach - Eine Mail-Panne legt die Arbeit in vielen Büros rund um den Bundestag lahm: Im Büro einer grünen Bundestagsabgeordneten hat eine Mitarbeiterin "Auf alle Antworten" bei einer Mail geantwortet, die mehrere tausend Adressaten im Verteiler hat. Als Gewinner fühlt sich ein Verlag in Rheinbreitbach im Kreis Neuwied.

    So sehen derzeit die Postfächer von tausenden Menschen im Dunstkreis des Bundestages aus. Das Bild hat Sebastian Koch <a href="https://twitter.com/#!/sebastiank/status/162146071693365248" target="_blank">getwittert</a>, ein Mitarbeiter der Linken-Abgeordneten Halina Wawzyniak getwittert.
    So sehen derzeit die Postfächer von tausenden Menschen im Dunstkreis des Bundestages aus. Das Bild hat Sebastian Koch getwittert, ein Mitarbeiter der Linken-Abgeordneten Halina Wawzyniak getwittert.

    Bei Twitter ist der Fall schlicht "#Kürschnergate", nach Kürschner, der größten Politiker-Datenbank. Auf Facebook gibt es bereits eine Fanseite "Babette war's", in Anlehnung an die Urheberin eines Falls, der das politische Berlin derzeit beschäftigt - auch weil jeder fast ständig damit konfrontiert wird: In den Postfächern hagelt es Mails - weil offenbar in Karlsruhe einer Mitarbeiterin der grünen Bundestagabgeordneten Sylvia Kotting-Uhl ein folgenreiches Missgeschick passiert ist. Bei einer Mail, die an mehrere tausend Empfänger gegangen war und die gerade erschienene Neuauflage eines Bundestagshandbuchs zum Thema hatte, klickte sie auf "Allen antworten" und verschickte ihre Antwort damit auch an mehrere tausend Adressen. Die Empfänger erfuhren dann alle, dass die Dame von einer Kollegin auch ein Exemplar mitgebracht haben möchte. Das Büro der Atompolitischen Sprecherin der Grünen-Fraktion atomisierte damit fast die Postfächer.

    Einige der Empfänger antworteten dann wiederum auf "Antwort an alle" - zum Teil offenbar ohne die Folgen zu bedenken, zum Teil aber auch bewusst, weil sich einige einen Spaß daraus machten und die Aktion zum "Flashmob" umwidmeten. Quer über Parteigrenzen wird munter hin- und hergemailt. Zwischenzeitlich wurde von mehr als 150 Mails an alle berichtet. Volker Beck, Parlamentarischer Geschäftsführer der Grünen-Fraktion, fasste es so zusammen:

    Zunächst mit gemischten Gefühlen wurde der Fall bei dem Verlag gesehen, der mit dem "Kürschner" dem #Kürschnergate den Namen gab: "Wir haben das bei Twitter gesehen und waren zunächst etwas erschrocken", sagt Markus Fleischer, für Kundenbetreuung zuständiger Mitarbeiter bei "Kürschners Politikkontakte NDV GmbH und Co. KG" in Rheinbreitbach. In der Stadt im Kreis Neuwied sitzen Redaktion und Verwaltung des Verlags. Der Schreck war aber schnell verflogen: Inzwischen freut man sich dort darüber, dass ein Werk in aller Munde ist, das es auf eine Auflage von 3000 Stück bringt. "Es ist nicht gerade unser Top-Seller." Ob das kostenlose Werk - 396 Seiten ohne Fotos mit Grundgesetz, Abgeordnetengesetz, Gesetz über die parlamentarische Kontrolle der Geheimdienste und Geschäftsordnungen - jetzt mehr Nachfrage erfährt, kann der Verlag noch nicht sagen. "Die Bestellung läuft ja über den Bundestag." Von dort war auch die Ausgangsmail gekommen.

    Im Büro der Abgeordneten versucht man, den Fall mit Humor zu nehmen: "Wir wollten unterbewusst für 15 Minuten berühmt sein", erklärte ein Sprecher auf Nachfrage. Es werde aber "auf Anraten des PR-Agenten" bei dem einmaligen Fall bleiben.

    Peter Tauber, internetaffiner CDU-Abgeordneter, griff den Fall ironisch auf:

    Spott über die Panne war auch von anderer Seite sicher - Anonymous spottete:

    Frank Bergmann, Leiter Online der Union im Bundestag, lieferte Einblicke, wie der Fall ankam: Die Reaktionen reichten von "Spam-Suizid" bis hin zu "Ich find die Sache bisher großartig. Wir sollten das einmal im Monat durchführen, das verbindet!"

    Bei Twitter nahmen nicht alle Nutzer den Fall mit Ironie, Humor und Sarkasmus.

    Zwischenzeitlich hat sich auch die Bundestagsverwaltung eingeschaltet: Es gibt eine Ermahnung, Bundestagsaccounts nur dienstlich zu nutzen, wie Sprecherin Sabine Adler erklärte. Per Mail an alle, mit dem Hinweis, dass es zu Verzögerungen bei der Zustellung kommen kann. Wie viele Adressen das sind, konnte sie nicht sagen.

    heute.de vollzieht den Fall auch zeitlich nach: Demnach war es nach der verhängnisvollen Antwort von 9.44 Uhr zunächst ruhig einmal bis 11.20 Uhr, als ein Mitarbeiter des SPD-Abgeordneten Sönke Rix an alle einen Link zu ironischen Regeln für E-Mail-Versender. Jetzt brach die Flut los.

    Lars Wienand

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