Sarrazin: «Alle Juden teilen ein bestimmtes Gen»
Im Interview erklärte das SPD-Mitglied unter anderem auch, dass die Einwanderung bis vor wenigen Jahrzehnten für den «Genpool der europäischen Bevölkerung» nur eine geringe Rolle gespielt und sich zudem sehr langsam vollzogen habe. «Es ist nämlich falsch, dass es Einwanderungsbewegungen des Ausmaßes, wie wir sie heute haben, schon immer in Europa gegeben hätte.»
Sarrazins bereits vor dem neuen Interview bekannte Position zu muslimischen Migranten ließ die Stimmen für seinen Rauswurf aus der SPD lauter werden. «Das Maß ist voll», sagte der Chef seines Berliner Kreisverbands Charlottenburg-Wilmersdorf, Christian Gaebler, dem «Spiegel» (Montag). «Für den Fall das Herr Sarrazin nicht freiwillig aus der SPD Austritt, bereiten wir ein Parteiausschlussverfahren vor.»
Die Deutsche Bundesbank äußerte sich nicht inhaltlich zu den neuen Aussagen ihres Vorstandsmitglieds. Ein Sprecher erklärte: «Es bleibt dabei, dass die Ansichten von Herrn Sarrazin seine persönliche Meinung sind, die in keinem Zusammenhang stehen mit seiner Tätigkeit als Bundesbankvorstandsmitglied.»
Auf Anfrage erklärte der Verlagsleiter der Deutschen Verlags- Anstalt, Thomas Rathnow, am Samstag: «Mir scheint, dass die Frage nach genetischen Gemeinsamkeiten von Bevölkerungsgruppen für die politischen und sozialen Fragen, die in Thilo Sarrazins Buch im Zentrum stehen, keine wesentliche Rolle spielen.»
Bereits vor dem neuen Interview hatten sich am Samstag weitere Kritiker zu Wort gemeldet. Die Türkische Gemeinde in Deutschland forderte ein klares Signal von Bundeskanzlerin Angela Merkel. «Das ist die Krönung eines neuen intellektuellen Rassismus und es schadet Deutschlands Ansehen im Ausland», sagte Kenan Kolat, Chef der Türkischen Gemeinde, der «Frankfurter Rundschau» (Samstag).
Die niedersächsische Sozialministerin Aygül Özkan (CDU) warf Sarrazin vor, Migranten mit seinen umstrittenen Thesen zu verletzen und pauschal zu diskreditieren. Auch die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer (CDU), erhob schwere Vorwürfe gegen den ehemaligen Berliner Finanzsenator.














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