Protest gegen Urheberrechtsabkommen Acta: In Mainz soll Buchdrucker Gutenberg mitmachen
Mainz - Gut 550 Jahre, nachdem er den Buchdruck erfunden hat, wird Johannes Gutenberg zum Kämpfer für Freiheit im Internet und zum Teil der Anonymous-Bewegung. Wenn am Samstag zumindest mehrere Hundert Menschen gegen das Handelsabkommen ACTA protestieren, wollen sie Guttenberg am Gutenberg-Platz in ihre Mitte nehmen und ihm eine Anonymous-Maske aufsetzen.
Der ACTA-Vertrag (Anti-Counterfiting Trade Agreement), gegen den sich der Unmut richtet, wurde als Handelsabkommen unter Federführung der USA und Japan ausgehandelt und soll die Verbreitung von Produktpiraterie eindämmen.
Den Protestierenden geht es aber nicht um gefälschte Markenkleidung. Sie sorgen sich, dass das Abkommen die Freiheit im Internet weitreichend beschneiden könnte. Der Vertrag soll, ähnlich wie die amerikanische Gesetzesinitiativen SOPA und PIPA eine verstärkte Durchsetzung des Urheberrechts ermöglichen. Nach einem "Blackout-Day", an dem unter anderem die englische Wikipedia ihre Webseite den Tag über schwarz geschaltet hatte, wurde die Initiative vorläufig auf Eis gelegt. Viele der Netzaktivisten halten ACTA allerdings für noch gefährlicher, weil es sich dabei um einen international gültigen Vertrag handelt.
Entscheidender Kritikpunkt ist, das Internetprovider nach dem Inkrafttreten des Abkommens für eventuelle Urheberrechtsverstöße ihrer Kunden verantwortlich gemacht werden sollen, außer sie kontrollieren und überwachen permanent deren Internetverkehr. "Zum Vergleich: Selbst die Polizei, also der Staat, darf Telefone und Datenverkehr nur bei erheblichen Straftaten abhören, und das auch nur im Einzelfall", bemerkt der Rechtsanwalt Udo Vetter.














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