Der erste Eindruck zählt: Im Internet seriös rüberkommen
Grundsätzlich sollte der Betreiber seinen Blog als digitale Bewerbungsmappe betrachten, rät Schnoor - schließlich kann dieser jederzeit im Netz aufgerufen werden und enthält persönliche Informationen. Zu viel Privates ist aber wenig seriös: Wer nur Bilder von Cocktail-Partys auf seinem Blog zeigt, werde wenig Eindruck schinden, warnt Schnoor. Auch, wer sich geschäftlich im Netz präsentieren möchte, sollte dies einigermaßen professionell bewerkstelligen, ergänzt Daul. Kontaktformular und Impressum dürfen zudem bei keiner Seite fehlen.
Ganz verzichten sollten Selbstständige aber auf Werbung. «Die Banner sind meist Fremdkörper auf der Seite, passen nicht zum Design und stören die Gestaltung», erklärt Sebastian Veit, Inhaber der Kreativ-Agentur Farbwechsel in Heidelberg. Auch von einem Intro rät der Kommunikationsdesigner ab, da es den Seitenaufruf unnötig verzögert. Besser sei, den Aufbau der Seite klar zu strukturieren, die Navigation simpel und farblich unterschiedlich zu gestalten sowie klare Rubriken zu schaffen. Unprofessionell und wenig seriös sei dagegen, zu viele interaktive Flash-Elemente zu integrieren. Das störe den Lesefluss ebenso wie viele blinkende Animationen.
«Mut zu Farben», rät Sebastian Veit. Denn gerade für Selbstständige gelte es, optisch in Erinnerung zu bleiben. Nur in seltenen Fällen ist das übertrieben: Grelle Farben wie Pink oder Neongelb seien für geschäftliche Anlässe zu extrem, machen überdies dem Auge zu schaffen -«nicht in jedem Fall ist kreativ auch seriös», gibt der Design-Fachmann zu bedenken. Auf der sicheren Seite seien Anwender, wenn sie dunkle Blau- und Grüntöne für die visuelle Gestaltung im Web verwenden: «Die dezenten Farbwerte können Sachlichkeit vermitteln.» Eher gedeckte Töne wie Beige lassen sich zudem durch Akzentfarben wie Rot und Orange optisch aufpäppeln.
Was Anwender über sich selbst im World Wide Web preisgeben möchten, haben sie noch einigermaßen im Griff, sagt Christoph Neuberger von der Universität Münster. Weniger kontrollierbar seien die Dinge, die andere im Netz über einen schreiben. «Das sollte man im Blick haben», rät der Professor für Kommunikationswissenschaft. Die große Angst, dass ein unvorteilhaftes Foto «das Aus» bei jeder Bewerbung bedeutet, sei jedoch übertrieben: «Auch Personalchefs sind in der Lage, zwischen Arbeit und Freizeit zu trennen.»









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