Schrift:

Computerspiele-Party: Ego-Shooter für den Bundestag

Berlin (dpa) - Ballern im Bundestag: Drei Abgeordnete laden ihre Kollegen aus allen Fraktionen zur LAN-Party mit Computerspielen ein. «Da wird sicherlich auch ein Shooter mit dabei sein, bei dem es etwas gewaltsamer zugeht».

Ego-Shooter
Ein junger Mann informiert sich im Internet über das Killerspiel Counter Strike. Jetzt will eine Gruppe von Abgeordneten Berührungsängste abbauen und lädt zur LAN-Party im Bundestag ein.

Das sagte der FDP-Politiker Jimmy Schulz bei der Vorstellung des Projekts am Montagabend in Berlin. «Wir wollen auch die Fraktionen gegeneinander antreten lassen.» Die für Ende Oktober oder Anfang November geplante Aktion soll Berührungsängste abbauen. «Wenn man sich selbst persönlich damit beschäftigt hat, dann spricht man auch anders darüber», sagt die CSU-Abgeordnete Dorothee Bär, die sich im c-base, einem Treff von Berliner Computerfreaks, als «Schwester eines Nerds» vorstellt.

Natürlich werde auch ihr Parteifreund Hans-Peter Uhl eingeladen, versichert Bär. Uhl, innenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, hat nach dem Amoklauf von Winnenden im vergangenen Jahr «geeignete Maßnahmen des Jugendschutzes» gefordert. In Winnenden habe sich erneut gezeigt, «dass der Täter im Vorfeld seiner Tat sich intensiv mit sogenannten Killerspielen» wie Counter-Strike beschäftigt habe.

Nun soll das erfolgreichste Counter-Strike-Team in Deutschland den Abgeordneten bei der LAN-Party zur Seite stehen, wie Ibrahim Mazari von der Firma Turtle Entertainment erklärt. Zusammen mit anderen Experten wollen die Mitglieder des Clans «mousesports» (mouz) den Abgeordneten dabei helfen, sich in die virtuellen Spielewelten zu klicken. Ein LAN (Local Area Network) vernetzt die Spieler - so könnte also Angela Merkel direkt gegen Sigmar Gabriel antreten.

«Wir wünschen uns, dass wir einfach mal Gehör finden und von der Vorstellung wegkommen, dass wir alle kranke Kinder sind», sagt Rolf Platschka vom Team ESC Icybox. Ein Ziel sei auch die Anerkennung des E-Sports in den Sportdachverbänden. Als E-Sport wird das wettkampfmäßige Austragen von Computerspielen bezeichnet. Clans sind die organisierten Mannschaften im E-Sport.

Die drei Abgeordneten - neben Schulz und Bär gehört auch der FDP- Politiker Manuel Höferlin zu den Initiatoren - wollen alle Fraktionen zum Mitmachen einladen. «Da alle Bundestagsabgeordneten über 18 sind, kann man auch solche Spiele spielen», versichert Bär, die «das böse K-Wort» - also den Begriff Killerspiele - erst gar nicht benutzen will. Neben einem Shooter sollen auch Sport- und Geschicklichkeitsspiele zum Programm gehören.

1 von 2
Weiter
4.8
4,8 (11 Stimmen)

Unwetterwarnungen

Rot und pink markierte Gebiete:

Warnung vor starkem oder extrem starkem Unwetter

Unternehmen der Region: Firmen im Fokus

Unternehmen der Region  
 
Industrie und Handel aus Rheinland-Pfalz im Blick

Umfrage

Hertha BSC ist endgültig abgestiegen, Fortuna Düsseldorf spielt in der 1. Lig. Das Sportgericht hat den Einspruch der Berliner abgewiesen. Hätten Sie das "Chaos-Spiel" wiederholen lassen?

RZ-Blog

Event-Kalender

Sudoku

Sudoku  
Tägliches
Sudoku
in vier
Schwierigkeitsstufen