Ausstieg bei WKW: Den Koblenzer Gründern fehlt die Freiheit
Jager: Ich hätte als Gesellschafter überlegt, die Gründer noch am Unternehmen beteiligt zu lassen.
Ohler: Das wäre auch unser Wunsch gewesen. Deshalb freuen wir uns, wieder etwas Eigenes zu machen.
Aber Sie haben doch den Vertrag unterschrieben und 100 Prozent verkauft... Mussten Sie?
Jager: Zu Beginn der Zusammenarbeit mit RTL interactive und dem 49 Prozent-Einstieg war die Option auf die restlichen Prozent schon vorgesehen.
Und wie schwer fällt es jetzt, das eigene Baby komplett aus den Händen zu geben?
Ohler: Als Informatiker ist man es gewohnt, Projekte zu starten und wieder abzugeben. Aber WKW ist ein sehr großer Teil unseres Lebens geworden. Für uns kommt das ja auch nicht überraschend, wir haben uns an den Gedanken gewöhnen können in den vergangenen Monaten. Und jetzt, wo wir 8,5 Millionen User haben und auch profitabel geworden sind, ist ein sehr guter Zeitpunkt, um loszulassen.
Profitabel - seit wann das denn?
Ohler: Wir sind seit einiger Zeit profitabel. Zum genauen Zeitpunkt können wir leider keine Aussage machen.
Glauben Sie denn, dass WKW langfristig gegen Facebook bestehen kann? Die vermeintliche Stärke, einfach zu sein, dürfte auf Dauer immer weniger Nutzer befriedigen.
Ohler: Der Erfolg künftig natürlich abhängig von strategischen Entscheidungen in der Zukunft, für die wir dann nicht mehr verantwortlich sind. Unsere Empfehlungen haben wir abgegeben, wir beraten auch weiter und wir glauben, dass der Erfolg des Unternehmens langfristig möglich ist. Gerade, weil wir ein deutsches Unternehmen sind, das sich an den Rahmenbedingungen in Deutschland orientiert und sich gegen Amerikaner mit etwas anderen Vorstellungen durchsetzen kann.
Jager: Wir haben in den vergangenen Monaten schon mehr Gas gegeben. Die neuen Features sind erfolgreich, beim WM-Gewinnspiel gab es 29 Millionen Tipps. Aktuell arbeiten wir an einer iPhone-App – das ist längst überfällig.
Unternehmensseiten fehlen auch...
Ohler: Es ist nicht ganz so einfach, dass intelligent in WKW zu integrieren, der Aufwand wird sehr hoch sein. Aber die Priorität ist auch sehr hoch.









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