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  • «Xynthia» rast durch Frankfurt - Wanderer stirbt

    Frankfurt/Main (dpa). Orkantief «Xynthia» hat am Sonntag den zentralen deutschen Verkehrsknotenpunkt Frankfurt am Main kräftig durcheinandergewirbelt. Auf den Autobahnen, in der Luft und auf der Schiene ging über Stunden kaum etwas.

    In den Hochhausschluchten der Bankenmetropole wurden Passanten umgefegt, andere klammerten sich an Laternen fest. Dixieklos, Verkehrsschilder, Mülltonnen, Werbeplakate, Absperrungsgitter, sowie Rollsplitt und Zweige, flogen durch die Gegend. «Ich habe noch nie so viele abgeknickte Äste in Frankfurt gesehen», sagte eine Polizeisprecherin. Ein 69-jähriger Wanderer wurde im Taunus von einem Baum erschlagen.

    Orkanböen bis zu 115 Stundenkilometer

    Orkanböen von bis zu 115 Stundenkilometern brausten durch die fünftgrößte deutsche Stadt. «In den Häuserschluchten, wo Düseneffekte auftreten, kann es noch mehr gewesen sein», sagte Meteorologe Dietrich Meyer vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach. «Ein solcher Sturm ist in Frankfurt außerordentlich selten.» Der DWD und Umweltministerin Silke Lautenschläger (CDU) hatten die Bürger davor gewarnt, in den Wald zu gehen. Wegen der umherfliegenden Äste bestehe Lebensgefahr. Die Polizei sperrte vorsorglich auch Parks und Friedhöfe und rückte bis zum Nachmittag mehr als 200 Mal aus. Einzelne Straßen wurden gesperrt, Dächer abgedeckt und die Oberleitung einer Straßenbahn von einem umgestürzten Baum getroffen.

    Bahnhöfe lahmgelegt - Flüge fallen aus

    Am Flughafen fielen bis zum Nachmittag rund 160 Starts und Landungen aus. Die anderen Maschinen waren ein bis zwei Stunden verspätet, weil sie bei Sturm nicht so schnell hintereinander landen können, wie normalerweise. Die zentrale Autobahn Würzburg-Köln (A3) wurde am Flughafen für mehrere Stunden komplett gesperrt, weil von einer Baustelle Fassadenteile, Baumaterialien und Werbeplakate auf die viel befahrene Straße geweht worden waren. Der Fernbahnhof wurde vorsorglich dicht gemacht, weil Glasfassaden von der Airrail-Center- Baustelle - einem Hotel-, Einkaufs- und Bürokomplex - herunter zu stürzen drohten, wie ein Bahn-Sprecher erläuterte. Das rund 660 Meter lange und neun Etagen hohe Gebäude wird über dem Fernbahnhof gebaut. Der Verkehr konnte über den Regionalbahnhof umgeleitet werden.

    Anders am Frankfurter Hauptbahnhof. Ab etwa 14.00 Uhr konnten wegen Sturmschäden keine Züge mehr hinein- oder hinausfahren. «Witterungsbedingte Störung. Es kommt zu hohen Verspätungen und Zugausfällen», war auf den Anzeigetafeln des zentralen Umsteigebahnhofs Deutschlands zu lesen. «Ich weiß auch nicht, ob der Zug nur verspätet ist oder ganz ausfällt. Das weiß heute kein Mensch», antwortete ein Zugbegleiter der Deutschen Bahn auf die Frage eines Reisenden, ob sein Zug nach Konstanz denn wirklich nur 60 Minuten verspätet sei.

    «Das war so deutlich gar nicht angesagt»

    «So einen Sturm hier unten in Frankfurt zu haben, ist schon sehr ungewöhnlich. Das war so deutlich gar nicht angesagt», sagte Manfred Oehmichen. Er wartete auf seinen Zug nach Hamburg, für den bereits 80 Minuten Verspätung angezeigt wurden. «Ich bin Rentner, da ist das nicht so gravierend. Aber mit meinem Anschlusszug nach Lübeck wird das dann nichts, und so so schön ist das ja hier auch nicht auf dem Bahnhof bei dem Wind.» Die DJs Serhat und Matthias von Syke'N' Sugarstarr, die nach einem Konzert in Wiesbaden auf dem Rückweg nach Hamburg waren, konnten der Verspätung wenigstens eins abgewinnen: «Da können wir hier am Bahnhof noch Fußball sehen: HSV gegen Bayern.»

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