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  • Trotz Comebacks: Keine «Schumi-Mania» in Kerpen

    Kerpen (dpa). Der Tag der Entscheidung in Kerpen. Am Ortseingang wirbt ein über die Straße gespanntes Banner für den Silvester-Auftritt der «Jungen Trompeter». Strahlend blauer Himmel, empfindliche Kälte - aber dass einer der größten Söhne der 65 000-Einwohner-Stadt vor einem der sensationellsten Comebacks des Sports steht, scheint kaum zu interessieren.

    Achtlos steht ein älterer Mann neben einem Zeitungsständer, wo ein «Bild»-Exemplar die Rückkehr «Schumis» in großen Lettern verkündet - von «Schumi-Mania» indes keine Spur.

    Peter Knopp (CDU), stellvertretender Bürgermeister von Kerpen, erfuhr es am Vorabend. «Für seine vielen Fans hier ist es das Weihnachtsgeschenk schlechthin», sagt Knopp. Er ist froh gestimmt. «Es ist doch toll, wenn es nicht Kerpen bei Köln heißt, sondern Kerpen, die Schumacher-Stadt.» Dieter Follmann, Sprecher der erstmals 871 urkundlich erwähnten Kommune, sieht Kerpen dank Schumi, neben dem katholischen Sozialreformer Adolf Kolping wohl der bekannteste Sohn der Stadt, schon wieder in aller Munde: «Wir werden den alten weltweiten Touch bekommen.»

    Bei «Blumen Schmitz» an der Ecke Hahnenstraße/Kölner Straße hat man für Schumi überhaupt keine Zeit. «Fragen kann hier im Moment keiner beantworten. Wir haben viel zu viel zu tun. Ich kann die Kundschaft nicht stehenlassen», bescheidet die Chefin einem Medienvertreter. Im Presse- und Tabakgeschäft Schnäp gegenüber ist die Verkäuferin auskunftsfreudiger: «Nö, mehr Tageszeitungen haben wir heute nicht abgesetzt. Damals, als der Christoph Daum beim 1. FC Köln aufgehört hat - da waren es mehr.» Sie bekennt ganz offen: «Ich mag den Schumi.» Ihre Kollegin sieht das völlig konträr: «Ich kann den nicht leiden.»

    Ortswechsel: Kerpen-Sindorf, 11.30 Uhr, direkt vor Michael Schumachers Kart-Center. Nicht einmal 20 Autos sind vor der Anlage geparkt - kein Wunder, dass es so wenige sind, öffnen die Pforten für Möchtegern-Schumis doch erst um 15 Uhr. Auch im Michael-Schumacher-Fanshop nebenan ist noch tote Hose, es herrscht gähnende Leere. «Im Moment ist wenig los», berichtet die Angestellte: Das Kart-Center und der Shop sind weit außerhalb der Kerpener City angesiedelt, da ist es eher Zufall, dass ein Kunde vorbeischaut. 50 Minuten nach Ladenöffnung betreten Oma und Enkelin den Shop - immerhin. Nebenan, im italienischen Restaurant La Piazza, ist ebenfalls noch kein Arbeitsstress ausgebrochen.

    Peter Knopp rechnet aber spätestens im März mit der großen Renaissance der «Schumi-Mania» in Kerpen: «Die wird wieder aufflammen.» Die Stadt hat gemerkt, dass der siebenmalige Weltmeister nach 250 WM-Läufen Ende 2006 zurückgetreten war: «Das war deutlich zu spüren.» Keine Feiern mehr, keine verrückten Fans, die bei den Rennen die Stadt bevölkerten. «Alle haben hier drauf gewartet. Und ganz sicher wird sein Comeback eine Belebung für unseren Tourismus», sagt Stadt-Sprecher Follmann. Noch aber herrscht Alltag in Kerpen - bis «Schumi» wieder fährt.

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