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  • Stichwort: Mögliche Seuchen im Katastrophengebiet

    Hamburg (dpa). In Haiti droht nach dem Erdbeben bei Temperaturen um 25 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit die Ausbreitung von Seuchen.

    Verschmutztes Trinkwasser, Pfützen mit guten Vermehrungsbedingungen für Stechmücken und das dichte Zusammenleben geschwächter Menschen schaffen ideale Bedingungen für das Gedeihen von Krankheitskeimen.

    CHOLERA ist eine schwere Durchfallerkrankung. Menschen stecken sich in erster Linie an mit Fäkalien verunreinigtem Trinkwasser an. Starkes Erbrechen und Durchfall führen zu hohem Flüssigkeitsverlust, der Kreislaufversagen verursachen kann. Bei schneller Diagnose und Behandlung (vor allem Flüssigkeitszufuhr) ist die Prognose aber gut. Eine vorbeugende Impfung ist möglich, wird von der Weltgesundheitsorganisation WHO in der Regel aber nicht empfohlen.

    TYPHUS wird vor allem von verunreinigtem Wasser und Lebensmitteln übertragen. Von der Infektion bis zum Ausbruch der Krankheit können bis zu 14 Tage vergehen. Die Bakterien gelangen vom Darm über das Blut in Leber und Milz, wo sie sich vermehren. Die Symptome reichen von leichter Magenverstimmung bis hin zu extremem Fieber, starken Kopfschmerzen und Durchfall. Eine Impfung bietet nach Angaben des Robert-Koch-Instituts in Berlin einen etwa 60-prozentigen Schutz.

    RUHR ist eine Darminfektion. Man unterscheidet zwischen Bazillenruhr und Amöbenruhr. Letztere ist eine ausgesprochene Tropenkrankheit, die Bazillenruhr kommt überwiegend in gemäßigten Breiten vor. Beim Menschen äußert sich eine Ruhr-Infektion mit Leibschmerzen und oft eitrig-blutigem Durchfall. Die Krankheit geht mit Mattigkeit, Frösteln, Durst, völligem Mangel an Appetit und anfänglichem Fieber einher. Fliegen spielen eine besonders gefährliche Rolle als Überträger der Bazillen.

    MALARIA kommt vor allem in den Tropen und Subtropen vor. Der Erreger wird vom Stich der Anopheles-Mücke übertragen, deren Vermehrung von Brackwasser gefördert wird. Die Krankheit hat ihren Namen aus dem italienischen: «mala aria» (schlechte Luft). Die Inkubationszeit bei Malaria beträgt acht bis zwölf Tage. Der Anfall beginnt mit plötzlichem hohem Fieber und Schüttelfrost, Magen- und Darmbeschwerden, Erbrechen und Benommenheit. Nach Angaben der WHO erkranken jährlich rund 300 Millionen Menschen an Malaria, rund zwei Millionen sterben daran. Die schwerste der verschiedenen Krankheitsformen ist die Malaria tropica.

    DENGUE-FIEBER ist eine in den Tropen verbreitete Virusinfektion. Die Übertragung erfolgt durch die Stiche bestimmter Mückenarten. Die häufigere Form des Dengue-Fiebers ist - ähnlich wie eine sehr schwere Grippe - durch hohes Fieber, Hautausschlag sowie Kopf- und Gliederschmerzen gekennzeichnet und klingt meist komplikationslos ab. Bei Kindern unter zehn Jahren kann es zu inneren und äußeren Blutungen kommen, wobei die Sterblichkeit bis zu 30 Prozent beträgt.

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