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  • Porträt: Faruk Abdulmutallab kommt aus gutem Haus

    London (dpa). Ein «Musterschüler», «nett und einfühlsam» - so wird der terrorverdächtige Flugzeugbomber von Detroit, Umar Faruk Abdulmutallab, von seinem Umfeld beschrieben.

    Der aus einer wohlhabenden Familie stammende Nigerianer hat am Freitag - drei Tage nach seinem 23. Geburtstag - beim Landeanflug auf die US-Metropole Detroit versucht, einen Airbus mit 289 Menschen an Bord in die Luft zu sprengen. Durch das beherzte Eingreifen von Passagieren wurde ein Inferno verhindert.

    Sein Wissen über den Umgang mit einem Sprengsatz dürfte sich der Angeklagte auch beim Maschinenbau-Studium am renommierten University College in London angeeignet haben. Hier lebte er in einem luxuriösen Haus der Familie in einem noblen Diplomatenviertel nahe Oxford Circus, in der Nähe der Botschaften von China und Polen. Ein Cousin sagte dem «Sunday Telegraph», die Familie habe befürchtet, dass sein Glaube in Großbritannien «radikalisiert» wurde. Die Londoner Ermittler werten derzeit seine Kontakte ins islamistische Umfeld aus.

    Der Flugzeugbomber hatte ein gültiges US-Visum, das die Londoner US-Botschaft am 16. Juni 2008 ausstellte. Die mehrfache Ein- und Ausreise war damit bis 12. Juni 2010 möglich. Die Briten verweigerten ihm im Frühjahr die Einreise und ein neues Visum wegen Sicherheitsbedenken. Heiligabend bestieg er in Lagos ein Flugzeug nach Amsterdam, wo er in den Flug nach Detroit umstieg. In dem Airbus der Fluggesellschaft Delta hatte er den Sitzplatz 19A. Das 2831 US- Dollar (1969 Euro) teure Ticket wurde acht Tage vorher in Ghana gekauft. Der Rückflug von Detroit über Amsterdam nach Lagos sollte am 8. Januar erfolgen.

    Abdulmutallab stammt aus privilegiertem Haus. In seinem Heimatland Nigeria ist sein Vater Alhadschi Umaru Mutallab eine angesehene Persönlichkeit; er war nigerianischer Wirtschaftsminister und Vorstandschef der First Bank of Nigeria. Der 70-Jährige warnte die Behörden vor einem halben Jahr vor der möglichen Gefahr durch seinen Sohn, nachdem er zu radikalen, gewaltbereiten Strömungen des Islam übergetreten war. Doch noch nicht einmal der Vater weiß, wo sein Sohn den 23. Geburtstag feierte.

    Der junge Mann hatte sich laut nigerianischen Berichten von der Familie distanziert und im November 2008 London verlassen. Es habe Streit über seine «extremen religiösen Ansichten» gegeben. Der Vater sei über den Fundamentalismus seines Sohnes sehr besorgt gewesen.

    Abdulmutallab sei auf Reisen gewesen, sagte Mutallab. Die genaue Reiseroute kenne er aber nicht. Die Familie prüfe, ob der 23-Jährige zuletzt im Jemen war. Von dort stammt seine Mutter. «Wir kennen Faruks extreme Ansichten und waren immer sehr besorgt, wohin ihn das führen könnte», sagte ein Familienmitglied, das nicht genannt werden wollte. Ein weiteres Familienmitglied äußerte die Sorge, dass der 23- Jährige der islamischen Sekte Boko Haram beigetreten ist. Sie hatte Nigeria im vergangenen August den Dschihad erklärt.

    Der Flugzeugbomber ging an der British International School in der togolesischen Hauptstadt Lomé zur Schule. Der junge Mann sei ein «Musterschüler», der sich «gelegentlich dumme Ideen in den Kopf setzte», sagte der frühere Geschichtslehrer Michael Rimmer im BBC- Radio. «Alle anderen muslimischen Schüler in der Klasse hielten die Taliban für einen Haufen von Irren mit Bärten, aber Umar verteidigte sie.» Der mutmaßliche Attentäter habe mit dem Lehrer häufig begeistert über die Nachrichten diskutiert. «Jetzt ist er die große Nachricht.»

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