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  • Kerzen und Namen: Gedenkgottesdienst für Tsunami-Opfer

    Düsseldorf (dpa). Mit einem Gottesdienst in Düsseldorf haben etwa 70 Angehörige und Überlebende aus ganz Deutschland der Opfer des verheerenden Tsunamis vor fünf Jahren gedacht.

    An Weihnachten 2004 waren durch die von einem Seebeben ausgelöste Flutwelle an den Küsten mehrerer asiatischer Länder 230 000 Menschen ums Leben gekommen. Auch 539 Deutsche wurden getötet, 13 werden nach Angaben des Bundeskriminalamtes bis heute vermisst. Bei der zentralen Gedenkfeier stellten Angehörige Kerzen auf und verlasen die Namen deutscher Opfer. Bundespräsident Horst Köhler und NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) ehrten die Toten mit Kränzen.

    «Wir legen vor Dich die Trauer und die Leere der Menschen, die seit dem Seebeben vor fünf Jahren ihre Liebsten vermissen», betete die Vizepräses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Petra Bosse- Huber, vor dem mit weißen Blüten geschmückten Altar. Die rheinische Kirche kümmert sich mit einem Hilfsprojekt seit der Katastrophe um etwa 600 deutsche, Schweizer und österreichische Betroffene, die sich bisher in thailändischen Badeorten zu den Gedenktagen versammelt hatten.

    Auf den Altarstufen der Düsseldorfer Johanneskirche symbolisierte ein blaues Tuch die tödliche Riesenwelle: Hier stellten die Angehörigen, die um das Gebet der knapp 200 Gottesdienstbesucher baten, 106 Kerzen auf und nannten die Namen ihrer Toten und Verschollenen. Eine Frau schilderte in bewegenden Worten, wie ihr Bruder bei der Abreise an der Hotelrezeption von den Fluten in den Tod gerissen wurde. Noch viel später seien seine Urlaubskarten in der Heimat eingetroffen.

    Viele andere wollten die Namen nicht öffentlich machen, wollten lieber im engen Freundeskreis zu Hause den Gedenktag verbringen, sagten betreuende Notfallseelsorger. Einzelne Betroffene seien hingegen selbst aus der Schweiz nach Düsseldorf gekommen, um Schicksalsgefährten zu treffen.

    Auch das vor der Kirchentür ausgelegte Kondolenzbuch macht die Qual der Familien dramatisch deutlich. «Lieber Timo, in unseren Herzen wirst Du weiterleben», schrieben die Eltern eines 11-Jährigen. «Thailand bleibt mein geliebtes Land, da mein Mann für immer hier ist», steht dort zu lesen.

    Dass der Schmerz vieler Hinterbliebener nicht ohne Bitterkeit ist, machte der Leiter der rheinischen Notfallseelsorge, Landespfarrer Joachim Müller-Lange, in seiner Predigt deutlich. Zu schnell sei die Gesellschaft in der Bundesrepublik nach dem Tsunami-Schock vor fünf Jahren wieder zum Alltag zurückgekehrt. So sei der Gedenkgottesdienst auch ein Appell, die Opfer der Flutwelle «fest in guter Erinnerung zu behalten» - und auch die vielen anderen Leidtragenden «einer von Katastrophen gebeutelten Zivilisation» niemals zu vergessen.

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