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  • Interview: Schwerstes Beben seit Jahrzehnten

    Potsdam/Hamburg (dpa) - Ein so schweres Beben wie am Dienstagnachmittag (Ortszeit) hat es in Haiti seit vielen Jahrzehnten nicht mehr gegeben. Das letzte sehr große Beben sei 1860 registriert worden, so Jochen Zschau vom Deutschen GeoForschungsZentrum (GFZ).

    Die Ränder der tektonischen Platten in dem Bereich hätten sich auf einen Schlag rund ein bis zwei Meter verschoben. «Da hat sich über sehr lange Zeit Spannung aufgebaut.», sagte Zschau am Mittwoch in Potsdam der Deutschen Presse-Agentur dpa.

    Die Erschütterungen mit einer Stärke von etwa 7,2 seien an der Grenze zwischen karibischer und nordamerikanischer Platte entstanden, im südlichsten Teil des Systems. Die kleinere karibische rutsche dort rund sieben Millimeter im Jahr Richtung Osten an der nordamerikanischen Platte vorbei, erklärte Zschau. An den Rändern verhakten sich die Platten - bis sie sich in einer gewaltigen Erschütterung lösten und nachrutschten. Bei einem «Sprung» von einem Meter hätte das Gebiet also rund 140 Jahre lang Spannung aufgebaut.

    «Stärke 7 ist schon sehr, sehr stark», erklärte Zschau. «Da würden auch Gebäude in Deutschland zusammenbrechen oder zumindest stark beschädigt werden.» Ein solches Beben habe immerhin 30 Mal so viel Energie wie eines der Stärke 6. «Das Beben ist zudem relativ flach gewesen, zwischen 10 und 20 Kilometer», sagte Zschau. «Bei so einem flachen Beben gehen die Risse bis an die Oberfläche durch.» Die Intensität der Bodenerschütterungen, gemessen auf einer Skala von eins bis zwölf, habe im Zentrum bei neun bis zehn gelegen - also extrem hoch.

    Schon kurz nach dem Megabeben habe es in Haiti gewaltige Nachbeben gegeben, ergänzte Zschau. «Bei so einem starken Beben klingen die Nachbeben nicht so leicht ab. Es wird mit Sicherheit noch wochen- und monatelang weitere Nachbeben geben.» Wegen der Plattengrenzen sei das Gebiet um Haiti eine klassische Erdbebenregion. Karibische und nordamerikanische Platte etwa verschöben sich insgesamt 20 Millimeter im Jahr gegeneinander. Grob geschätzt könne man sagen, dass es weltweit nur zehn Mal im Jahr ein Erdbeben der Stärke 7 gebe. Beben mit Magnitude 6 gebe es hundert, solche mit Magnitude 8 nur etwa ein Mal jährlich.

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