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  • Hintergrund: Pläne zum Schutz vor Missbrauch

    Freiburg (dpa). Die katholische Kirche hat im September 2002 Leitlinien zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexuellen Missbrauch durch Geistliche verabschiedet. Diese Leitlinien sollen nun in mehreren Punkten verschärft werden.

    Dies hat die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) zum Ende ihrer Frühjahrsvollversammlung in Freiburg beschlossen. Die Änderungen sollen in den kommenden Monaten erarbeitet werden. Bis August sollen Ergebnisse vorliegen.

    Folgende Punkte werden von den Bischöfen als verbesserungswürdig angesehen:

    HILFE FÜR OPFER UND ANGEHÖRIGE: Die Bischofskonferenz will in den Diözesen und Orden weitere Ansprechpartner und Ombudsleute benennen. Zudem wird eine bundesweite Telefon-Hotline eingerichtet. Unklar ist, ob auch zukünftig nur Kirchenangehörige den Opfern zur Verfügung stehen, oder ob unabhängige Ombudsleute eingesetzt werden.

    JURISTISCHE VERFOLGUNG: Unabhängige externe Berater und Verantwortliche im Personalbereich der Bistümer sollen klären, wie die Leitlinien präzisiert werden können, damit Verdachtsfälle sexuellen Missbrauchs nicht vertuscht werden, sondern frühzeitig den Strafverfolgungsbehörden gemeldet werden.

    PRIESTERAUSBILDUNG: Die Bischofskonferenz gibt einen Bericht in Auftrag zur Frage, wie Priesterkandidaten besser auf ihr Leben mit dem Zölibat vorbereitet werden können. Zudem soll geprüft werden, wie die Priester, wenn sie im Amt sind, besser beraten und begleitet werden können, damit sie mit ihrem zölibatären Leben zurecht kommen. Eine verstärkte Beratung und Begleitung soll es auch für die übrigen pastoralen und pädagogischen Mitarbeiter geben.

    PRÄVENTION: Die Bischöfe wollen die Kirchengemeinden sowie die Verantwortlichen in kirchlichen Schulen und in der Jugendarbeit für das Thema sensibilisieren. Durch verstärkte Information und Aufklärung sol eine «Kultur des aufmerksamen Hinschauens» erreicht werden. Hierfür wird der Rat externer Einrichtungen eingeholt.

    SEXUALLEHRE: Am Zölibat, dem Keuschheitsgebot für Priester, sowie an ihrer Sexualmoral hält die Kirche fest. Änderungen in diesem Bereich sind nicht geplant.

    KOORDINATION: Die Deutsche Bischofskonferenz will stärkeren Einfluss auf die Bistümer nehmen, um sexuellen Missbrauch zu verhindern. Der Trierer Bischof Stephan Ackermann ist zum ersten Beauftragten der Kirche für Missbrauchsfälle ernannt worden. Zudem wird bei der DBK in Bonn ein Büro eingerichtet. Es soll die Arbeit der Bistümer und Orden gegen sexuellen Missbrauch koordinieren. Zudem soll es die Zusammenarbeit mit staatlichen und anderen Einrichtungen, wie zum Beispiel Selbsthilfegruppen, stärken.

    ENTSCHÄDIGUNG: Ein deutschlandweiter Fonds für Entschädigungszahlungen an Opfer ist nicht geplant.

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