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  • Forscher Opaschowski: Maßhalten und neue Maßstäbe

    Hamburg (dpa). Zukunftsforscher Horst Opaschowski sagt für 2010 ein Jahr des Maßhaltens und neuer Maßstäbe voraus. «Zur Jahreswende gehen die Deutschen gestärkt aus der Krise hervor - mit bescheideneren Ansprüchen an ihr Leben, aber höheren Erwartungen an Wirtschaft und Politik».

    «Gegen Gier, Maßlosigkeit und Missmanagement setzt die Bevölkerung ihren Wunsch nach neuen Maßstäben für einen sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft.», sagte Opaschowski in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa in Hamburg. Opaschowski ist Wissenschaftlicher Leiter der BAT Stiftung für Zukunftsfragen in Hamburg.

    Die Prognosen von «Mr. Zukunft» basieren auf repräsentativen Umfragen der Stiftung. So auch zum Start ins neue Jahr: «Nur mehr etwa jeder siebte Bundesbürger glaubt demnach, dass wir in Deutschland noch in einer Wohlstandsgesellschaft leben», berichtete der Forscher. «Um ein Vielfaches höher - 66 Prozent - ist der Wunsch nach einer Sozialgesellschaft ausgeprägt, in der es mehr um soziales Wohlergehen als um materielle Wohlstandsmehrung geht.» Der Gesellschaftsforscher nennt vor allem drei Gründe, warum die Deutschen trotz Krise optimistisch ins neue Jahr 2010 gehen können:

    «Haushalten und Maßhalten»

    Immer mehr Verbraucher halten ihr Geld zusammen und sorgen für «eiserne Reserven». «Die Menschen nehmen Abschied vom Immer-Mehr und arrangieren sich mit einem Leben nach Maß - von der Gemütlichkeit in den heimischen vier Wänden bis zur Re-Aktivierung eigener Ideen und Initiativen statt bloßer Konsumhaltung», erläuterte er. Kaufrausch und Konsumstress gehörten bald der Vergangenheit an. Opaschowski: «Der neue Maßstab des Lebens heißt "Besser statt mehr" oder "Gut leben statt viel haben!".» Immer mehr Deutsche lebten zwischen Mitte und Mittelmaß, weil sie sich dabei am wohlsten fühlen.

    «Ärmer - aber nicht unglücklicher»

    In der Krise werde neu über Wohlstand und Wohlergehen nachgedacht. «Die Erkenntnis setzt sich durch: Ständige Wohlstandssteigerungen machen um keinen Deut glücklicher», meinte der Experte. Man besinne sich auf urmenschliche Glücksfaktoren wie Gesundheit, Freunde und familiäre Beziehungen. «Die Gewinnmaximierung des ganz persönlichen Lebens steht im Zentrum des Interesses. Die Menschen werden ärmer - aber nicht unglücklicher», sagte er. «Reich fühlt sich der, der gut, gesund und glücklich leben kann. Das ist der größte Luxus des Lebens - auch und gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten.»

    «Krise fördert den Gemeinsinn»

    Im Jahr 2010 wird nach seiner Einschätzung die Gemeinschaft auf Gegenseitigkeit das neue Gesellschaftsideal sein. Wenn das Geld knapp werde und professionelle Dienstleistungen kaum mehr bezahlbar seien, rückten die Menschen zusammen und machten in Notzeiten die Erfahrung des Aufeinander-Angewiesen-Seins. «Helfen aus Kalkül - und weniger aus reiner Nächstenliebe», betonte er. Auch bei der Inanspruchnahme staatlicher Sozialleistungen müsse die Frage der Gegenleistung konkret beantwortet werden. Professor Opaschowski: «Gemeinsinn bürgert sich wieder ein. Ob gewollt oder erzwungen: Das Zeitalter der Ichlinge geht zu Ende.»

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